Rund um den gestrandeten Buckelwal vor Poel verschärft sich die Lage nicht nur im Wasser, sondern auch hinter den Kulissen. Während Timmy weiter in seiner Kuhle am Ausgang der Kirchsee liegt, bricht das private Rettungsteam auseinander. Die US‑Tierärztin Jenna Wallace und die Pressesprecherin Christiane Freifrau von Gregory haben die Initiative verlassen und äußern nun deutliche Kritik an der internen Organisation und an einzelnen Akteuren.
Wallace schildert chaotische Abläufe
Wallace, die extra aus Hawaii angereist war, veröffentlichte am Montagabend eine ausführliche Darstellung der Ereignisse und bekräftigte ihre Vorwürfe später im Gespräch mit dem NDR. Sie beschreibt eine Rettungsaktion, die aus ihrer Sicht von Selbstinszenierung, widersprüchlichen Anweisungen und mangelnder Professionalität geprägt war. Besonders kritisiert sie den Schriftsteller Sergio Bambarén und den Influencer Danny Hilse, die sich nach ihrer Darstellung als spirituelle Ansprechpartner des Wals inszeniert und Entscheidungen an sich gezogen hätten.
Nach Wallace’ Schilderung hätten beide am Montagmorgen sogar verhindert, dass Timmy seine beste Chance auf eine selbstständige Befreiung nutzen konnte. Bambarén habe angeordnet, Boote zurückzuhalten, während Hilse sich vor allem selbst gefilmt habe und mit einem Boot gefährlich nah an die Fluke des Wals geraten sei. Ihre eigenen Anweisungen seien ignoriert worden, Fehler habe sie immer wieder korrigieren müssen.
Rücktritt aus Verantwortung
Wallace begründet ihre Abreise damit, dass sie nicht bereit gewesen sei, Verantwortung für Entscheidungen zu tragen, die sie nicht getroffen habe. Aus den Medien habe sie erfahren, dass sie im schlimmsten Fall sogar strafrechtlich belangt werden könnte. Sie habe sich entscheiden müssen, ob sie ihre berufliche Existenz riskiert oder das Team verlässt.
Auch von Gregory zieht Konsequenzen
Am Dienstagmorgen trat auch Pressesprecherin Christiane Freifrau von Gregory zurück. Sie erklärte, die Dynamiken vor Ort entsprächen nicht mehr den Grundwerten, für die sie stehe. Eine professionelle Zusammenarbeit sei unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich.
Ein Team im Konflikt
Die Vorwürfe treffen eine Initiative, die ohnehin unter enormem Druck steht. Der Wal liegt seit Wochen fest, die Wasserstände sinken, und die mediale Aufmerksamkeit ist enorm. Gleichzeitig fällt das Team durch interne Spannungen, Personalwechsel und widersprüchliche Zuständigkeiten immer weiter auseinander. Wie sich die Rettungsaktion unter diesen Bedingungen fortsetzen lässt, bleibt offen.