Die Stadt Wismar möchte den markanten Speicher am Alten Hafen zurückerwerben und damit wieder die volle Kontrolle über eines der prägendsten Gebäude im UNESCO‑Welterbe‑Ensemble erlangen. Das seit Jahren ungenutzte und zunehmend verfallende Gebäude befindet sich derzeit im Besitz eines privaten Investors. Nun will die Stadt ihr kommunales Vorkaufsrecht nutzen, um eine weitere private Spekulation zu verhindern und die Entwicklung des Areals wieder selbst zu steuern.
Sanierungsstau nicht länger hinnehmbar
Mit dem Rückkauf soll der Weg für eine umfassende Sanierung frei werden. Die Verwaltung betont, dass der bauliche Zustand des Speichers nicht länger tragbar sei. Das Gebäude sei ein identitätsstiftendes Denkmal, dessen sichtbarer Verfall in den vergangenen Jahren zu wachsender Sorge geführt habe. Durch den Erwerb wolle man den Substanzverlust stoppen und eine Perspektive für die Zukunft schaffen.
Nutzungskonzept folgt nach dem Kauf
Über die künftige Nutzung wird bereits diskutiert, konkrete Entscheidungen sollen jedoch erst nach Abschluss des Kaufs fallen. Im Gespräch ist eine Mischung aus kulturellen Angeboten, Gastronomie und öffentlich zugänglichen Bereichen. Ziel ist es, den Speicher wieder zu einem lebendigen Bestandteil des Hafens zu machen – und gleichzeitig den Anforderungen des Welterbeschutzes gerecht zu werden.
Signal für städtebauliche Verantwortung
Mit dem geplanten Rückkauf setzt die Stadt ein deutliches Zeichen: Der Alte Hafen soll nicht nur touristisch attraktiv bleiben, sondern auch städtebaulich und kulturell weiterentwickelt werden – und das unter kommunaler Verantwortung. Der Speicher gilt dabei als Schlüsselgebäude, dessen Zukunft maßgeblich das Erscheinungsbild des gesamten Hafenareals prägen wird.