Samstag, 24.Februar 2024 | 07:08

TSG-Coach gewinnt sein Endspiel: Schalke wendet Platz 18 in der 93. Minute ab

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Der VfB Stuttgart und Hertha BSC sind die Verlierer des 25. Bundesliga-Spieltags. Im Abstiegskampf gelingt Hoffenheim trotz Blitz-Rot ein Befreiungsschlag, während Schalke in beinahe letzter Sekunde doch noch punktet. Bochum düpiert die Leipziger nach ihrer Champions-League-Klatsche erneut.

VfL Bochum – Rasenballsport Leipzig 1:0 (0:0)

Rasenballsport Leipzig ist nach dem krachenden Aus in der Champions League auch in der Bundesliga böse ausgerutscht. Vier Tage nach dem 0:7-Debakel bei Manchester City verlor der DFB-Pokalsieger beim abstiegsbedrohten VfL Bochum 0:1 (0:0) und büßte wichtige Punkte im Rennen um die Rückkehr in die Königsklasse ein. Bochum verschaffte sich mit dem ersten Pflichtspielsieg gegen die Sachsen ein wenig Luft im Abstiegskampf. Erhan Masovic (48.) traf per Kopf für die Westfalen, die nach zwei Heimniederlagen in Folge wieder einen Dreier im Ruhrstadion feierten. Leipzig ging im neunten Duell mit dem VfL erstmals nicht als Sieger vom Platz.

Die Leipziger versuchten von Beginn an, ihr Kombinationsspiel aufzuziehen, kamen zunächst aber mit der Zweikampfhärte der Bochumer überhaupt nicht zurecht. Dem VfL gelang es dagegen kaum, seine schnellen Flügelspieler Takuma Asano und Christopher Antwi-Adjei ins Spiel zu bringen. So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe Timo Werner der erste Torschuss gelang, der aber deutlich sein Ziel verfehlte.

Ein Freistoß von Dominik Szoboszlai weit über das Tor (33.) war der zweite, ebenso harmlose Abschluss der Gäste. Bochum verteidigte konzentriert, ließ wenig Raum und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe. Leipzig versuchte es häufig über Halstenberg und Werner auf der linken Seite, aber ohne Erfolg. Für 66 Prozent Ballbesitz konnte sich der Pokalsieger zur Halbzeit nichts kaufen – keine echte Torchance stand bis dahin zu Buche.

Kurz nach Wiederbeginn kam es für den Favoriten noch schlimmer: Nach einer Kopfballverlängerung von Philipp Hofmann parierte Janis Blaswich einen Asano-Kopfball, doch dann köpfte Masovic ein – es war das erste Bundesligator des VfL gegen RB im vierten Duell. Leipzig reagierte mit verstärkten Angriffsbemühungen, klare Chancen sprangen zunächst aber nicht heraus. Bochum gewann weiter die entscheidenden Zweikämpfe und hatte in der Nachspielzeit bei einem Pfostentreffer der Gäste auch das Glück auf seiner Seite.

TSG Hoffenheim – Hertha BSC 3:1 (2:0)

Angeführt von Elfer-König Andrej Kramaric hat die TSG Hoffenheim zum ersten Mal seit Monaten wieder ein Lebenszeichen im Abstiegskampf gesendet. Nach sieben Pleiten und insgesamt 14 Partien ohne Sieg in Folge gewann das bisherige Schlusslicht 3:1 (2:0) im Kellerduell gegen Hertha BSC. Hertha-Schreck Kramaric erst per Hand- (24.), dann per Foulelfmeter (37.) sowie Ihlas Bebou (51.) trafen für die Kraichgauer, die ihrem angezählten Trainer Pellegrino Matarazzo den Job gerettet haben dürften. Kramaric hat gegen keinen anderen Klub so oft getroffen wie gegen die Berliner (zwölf Tore).

Der TSG-Sieg geriet auch durch die Rote Karte für Munas Dabbur wegen groben Foulspiels (71.) nicht mehr in Gefahr. Stevan Jovetic (90.+2) verkürzte erst in der Nachspielzeit. Durch den Dreier überholte die TSG (22 Punkte) die Hertha (21) in der Tabelle. Die Berliner kassierten ihre achte Auswärtspleite in Folge.

Kurz vor dem Anpfiff ließen die Aussagen von TSG-Sportdirektor Alexander Rosen kaum Zweifel daran, dass es um Matarazzos Arbeitsplatz geht. “Die Aufgabe eines Sportdirektors ist es, Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse zu bewerten”, sagte Rosen bei Sky: “Wir brauchen Punkte. Es ist an der Zeit, dass wir Ergebnisse liefern.” Matarazzo selbst gab zu Protokoll, dass er verstehe, “wie das Geschäft funktioniert”.

Pavel Kaderabek hatte nach Vorarbeit von Kramaric die beste Gelegenheit in der Anfangsphase für die Hoffenheimer (8.). Die Hertha hatte in der Offensive kaum etwas zu bieten. In der 20. Minute waren die Hoffenheimer der Führung nahe, doch Kramaric scheiterte an Torwart Oliver Christensen. Kurz darauf machte es der Kroate vom Elfmeterpunkt besser. Zuvor war der Ball an der Hand von Tolga Cigerci gelandet.

Nur fünf Minuten später behielt Kramaric erneut aus elf Metern die Nerven. Bebou war bei einem Konter von Filip Uremovic gefoult worden. Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Hertha-Trainer Sandro Schwarz in Dodi Lukebakio und Jovetic zwei frische Offensivkräfte. Kurz darauf hatten die Hoffenheimer Glück, dass es nach einem Handspiel von Robert Skov keinen Strafstoß für die Hertha gab (49.). Wenig später schloss Bebou auf der Gegenseite einen Konter stark ab. Danach waren weitere Tore für die TSG gegen schwache Berliner drin. Dabbur leistete seinem Team durch sein grobes Foul an Lukebakio nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung allerdings einen Bärendienst.

FC Augsburg – FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Schalke 04 bleibt in der Rückrunde ungeschlagen, hat den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz aber verpasst. Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis erkämpfte sich beim FC Augsburg in Überzahl ein 1:1 (0:0) und vermasselte den bayerischen Schwaben das Jubiläum mit dem 200. Bundesliga-Heimspiel. Mittelfeldmann Arne Maier (51.) ließ den FCA vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK-Arena jubeln. Doch nach der Roten Karte gegen Stürmer Ermedin Demirovic (53.), der Tom Krauß mit dem Fuß am Kopf getroffen hatte, glich Marius Bülter (90.+3, Foulelfmeter) noch aus. Bis zu Bülters Tor waren die Königsblauen in der Live-Tabelle auf den letzten Platz abgerutscht, so bleiben sie 17.

Bei Augsburg stand besonders DFB-Neuling Mergim Berisha im Fokus. Der Stürmer brauchte keine 60 Sekunden, um sich mit einem Kopfball knapp über das Tor erstmals in Szene zu setzen, blieb aber im Abschluss glücklos und wurde ausgewechselt (74.). Der FCA suchte ihn oder Nebenmann Demirovic zunächst immer wieder mit langen Bällen, die von den Angreifern meist in den Zehner-Raum abgelegt wurden. Von da ging es über Außen zurück ins Zentrum, wo eine der Spitzen abschließen sollte.

Die Hausherren bestimmten das Geschehen, Fährmann parierte einen Distanzschuss von Elvis Rexhbecaj (23.). Schalke konnte sich des Drucks oft nur mit Fouls erwehren. Und so musste Sechser Eder Balanta, der wie Derby-Held Kenan Karaman ins Team rotiert war, früh Gelb-Rot-gefährdet vom Platz (35.). Bei Augsburg blieb Maximilian Bauer angeschlagen in der Kabine (46.), doch der FCA drängte weiter – und wurde belohnt. Nach einem schwachen Abschlag von Fährmann und Doppelpass mit Demirovic schob Maier ein. Sein “Assistent” flog kurz darauf zu Recht vom Platz, wenngleich ihm keine Absicht zu unterstellen war.

Das ohnehin umkämpfte Spiel wurde zunehmend härter geführt. Rexhbecaj blieb nach einem Zusammenprall mit Cedric Brunner blutüberströmt liegen, spielte aber mit Kopfverband weiter. “Maskenmann” Brunner dagegen musste benommen vom Platz (67.). Joker Simon Terodde vergab die beste Chance auf den Schalker Ausgleich (71.). Mit dem Strafstoß in der langen Nachspielzeit kam Schalke dann doch noch zu einem Punkt.

VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)

Der VfB Stuttgart hat in seinem Kampf gegen den Abstieg einen weiteren Rückschlag einstecken müssen. Gegen den VfL Wolfsburg unterlagen die Schwaben 0:1 (0:0) und verpassten damit trotz energischer Offensivbemühungen in der Schlussphase erneut den dringend benötigten Befreiungsschlag. Der VfB rutschte auf den letzten Tabellenplatz ab. In den bisher zehn Spielen unter Trainer Bruno Labbadia sind den Schwaben lediglich ein Sieg sowie drei Unentschieden gelungen.

Für die 13. Saison-Niederlage der Stuttgarter sorgte Omar Marmoush (56.), der in der Vorsaison von Wolfsburg an den VfB ausgeliehen war. Der Mannschaft von Trainer Niko Kovac gelang dadurch auch erst der zweite Sieg aus den vergangenen acht Spielen. Die Niedersachsen rückten damit für eine Nacht bis auf einen Punkt an Eintracht Frankfurt auf Europacup-Platz sechs heran.

Dass in dem Spiel überhaupt ein Treffer erzielt werden würde, war nach der faden ersten Halbzeit nicht abzusehen. Höhepunkte gab es lediglich zwei: Zunächst vergab Gil Dias für Stuttgart zweimal die Möglichkeit zur Führung (15.). Im Gegenzug lief Jakub Kaminski von halblinks auf das Tor der Gastgeber zu, seinen Schuss auf das lange Eck parierte Torwart Fabian Bredlow aber herausragend mit dem Arm (16.).

Diese zwei Szenen entpuppten sich freilich als Strohfeuer, danach ging es weiter mit dem ermüdenden “Abnutzungskampf”, den Labbadia für dieses Spiel prophezeit hatte. Das Gebot beider Mannschaften hieß “safety first”, dem gegnerischen Tor näherten sich Stuttgarter wie Wolfsburger allzu zaghaft – und damit kaum. Beim VfB stimmte dabei der Einsatz, wie in den vergangenen Spielen fehlte es jedoch an Torgefahr.

Nach der Pause wurde es ein wenig lebhafter, vor allem nach dem Treffer von Marmoush. Labbadia setzte früh alles auf eine Karte, in der 62. Minute brachte er gleich vier neue Spieler, darunter den ebenfalls von Bundestrainer Hansi Flick für die beiden Länderspiele gegen Peru und Belgien berufenen Josha Vagnoman. Dem Ausgleich nahe kam der VfB trotz großem Einsatz aber allenfalls in der 76. Minute, als Koen Casteels den Schuss von Enzo Millot parierte.

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