Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Frau als dringend tatverdächtig festgenommen worden. Es sei ein Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen worden, sagte der Rostocker Oberstaatsanwalt Harald Nowack vor Journalisten. Nähere Details wollte er nicht nennen. Auch zur Identität der Frau äußerte sich Nowack nicht.
Der Festnahme waren stundenlange Durchsuchungen in der Gemeinde Reimershagen nahe Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern vorausgegangen. Die Ermittler beschlagnahmten bei einer Hausdurchsuchung einen Geländewagen. Das Auto wurde auf einen Abschleppwagen geladen. Es werde zur kriminaltechnischen Untersuchung gebracht, sagte eine Polizeisprecherin. Rund 120 Kräfte waren den Angaben zufolge seit 6.00 Uhr im Einsatz, darunter Beamte von Landeskriminalamt und Bereitschaftspolizei. Am Mittag lief der Einsatz noch.
Es soll sich nach ersten Informationen soll es sich um das Auto der Ex-Freundin des Vaters handeln. Die Hausdurchsuchungen seien von der Polizei schon länger geplant gewesen und unabhängig von den Hinweisen erfolgt sein. Nach Polizeiangaben hatte die Frau auch die Leiche des Jungen entdeckt.
Die Polizei hatte sich zuvor am Mittwochabend über die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ an die Öffentlichkeit gewandt. Die Durchsuchungen begannen wenige Stunden nach der Ausstrahlung. Laut Nowack gingen nach der Sendung zahlreiche Hinweise ein.
Der achtjährige Fabian hatte am 10. Oktober sein Elternhaus verlassen, ohne wie mit der Mutter verabredet zurückzukehren. Am Tag seines Verschwindens soll er ermordet worden sein. Der Täter oder die Täterin soll außerdem versucht haben, den Leichnam des Kindes zu verbrennen, um so Spuren zu verschleiern. Vier Tage nach dem Verschwinden wurde der Leichnam des Jungen in Klein Upahl, zehn Kilometer südwestlich von Güstrow, in einem Waldstück entdeckt.