Vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst am Donnerstag rufen mehrere Gewerkschaften für heute zu Warnstreiks auf. Betroffen sein könnten zahlreiche Bereiche des Landesdienstes – darunter Forstbetriebe, Hochschulen, Polizei, Straßenämter und auch Schulen.
Unterricht könnte ausfallen – Schulen bleiben aber geöffnet
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht davon aus, dass der Unterricht an einigen Schulen in Mecklenburg‑Vorpommern am Mittwoch nicht regulär stattfinden wird. Gemeinsam mit dem Deutschen Beamtenbund (dbb) ruft sie angestellte Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal zum Streik auf.
Trotz möglicher Ausfälle bleiben die Schulen grundsätzlich geöffnet. Für den Fall, dass Grund‑ oder Förderschulen vollständig bestreikt werden, greift eine Notdienst‑Vereinbarung zwischen Bildungsministerium und GEW, um die Betreuung sicherzustellen.
Landesweite Aktionen – Demonstration in Schwerin geplant
Alle Tarifbeschäftigten im Landesdienst sind aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen und sich an einer zentralen Demonstration in Schwerin zu beteiligen. Gewerkschaften organisieren dafür Shuttle‑Busse aus allen Landesteilen. Zusätzlich sind dezentrale Aktionen möglich.
Mit Mahnwachen vor der Staatskanzlei wollen Gewerkschaftsmitglieder ihren Forderungen Nachdruck verleihen.
Forderungen: Sieben Prozent mehr Lohn – mindestens 300 Euro
Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt dies bislang als finanziell nicht umsetzbar ab.
Betroffen sind bundesweit rund 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder. In der Regel wird ein Tarifabschluss später auch auf etwa 1,3 Millionen Beamte übertragen.
Ver.di‑Chef Frank Werneke betonte, die Beschäftigten erwarteten „mehr als nur einen Inflationsausgleich“. Viele Stellen im öffentlichen Dienst seien unbesetzt, weil die Bezahlung „nicht konkurrenzfähig“ sei.
Verhandlungen gehen weiter
Nach einem ergebnislosen Auftakt im Dezember treffen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am Donnerstag und Freitag erneut. Die Warnstreiks sollen unmittelbar vor dieser Runde den Druck erhöhen.