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Gewerbegebiet Wismar‑Kritzow: Erschließung fertig – doch bei der Vermarktung herrscht Funkstille

Das neue Gewerbegebiet Wismar‑Kritzow ist seit Herbst 2025 vollständig erschlossen, die Straßen sind gebaut, Leitungen verlegt, die Anbindung an die Osttangente steht. Auf dem Papier ist alles bereit für neue Unternehmen. Doch während die Stadt das Projekt als Meilenstein ihrer Wirtschaftsstrategie feiert, bleibt eine entscheidende Frage unbeantwortet: Wer zieht hier eigentlich ein?

„Es gibt derzeit keine verkauften oder verpachteten Parzellen auf den Flächen, die der Hansestadt Wismar gehören. Es gibt immer wieder Anfragen und auch Wünsche, Flächen zu reservieren. Zu Reservierungen und Vertragsverhandlungen werden keine Auskünfte gegeben, da hier Geschäftsinteressen von Unternehmen berührt werden.“ So teilt es ein Sprecher der Stadt auf Anfrage mit.

Millionen investiert – aber keine Zahlen zur Nachfrage

Die Erschließung begann 2022 und wurde über Jahre als Schlüsselprojekt für die wirtschaftliche Zukunft Wismars kommuniziert. Verkehrsgünstig gelegen zwischen Autobahn, Seehafen und Bahnstrecke, sollte Kritzow zum Magneten für Logistik‑ und Produktionsbetriebe werden. Doch bis heute gibt es keine einzige offizielle Angabe, wie viele Parzellen verkauft oder verpachtet wurden. Weder Stadt noch Landkreis nennen konkrete Zahlen. Stattdessen heißt es seit Monaten, es gebe „Gespräche mit Interessenten“. Wer diese Interessenten sind und wie weit die Verhandlungen gediehen sind, bleibt offen.

„Ziel ist es nicht, möglichst schnell die Flächen zu verkaufen. Das Gewerbegebiet dient dazu, für Unternehmen, die den Wirtschaftsstandort Wismar voranbringen, Flächen bereitzuhalten. Die Gewerbeflächen in Wismar sind begrenzt, daher sollen diese für die Entwicklung der Stadt sehr wertvollen Flächen nicht als mögliche Spekulationsobjekte, Lagerflächen oder für großflächige Batteriespeicher verkauft werden. Das sind nicht nur die Prämissen der HWI, sondern auch Förderauflagen seitens des Landes.“ Das jedenfalls lässt die Stad dazu verlauten.

Für ein Projekt dieser Größenordnung ist diese Intransparenz bemerkenswert – und wirft Fragen auf. Denn ohne belastbare Nachfrage droht das Gebiet zum teuren Prestigeprojekt ohne Mieter zu werden.

Wirtschaftsstrategie mit Fragezeichen

Die Stadt bewirbt Kritzow als Zukunftsstandort – doch ohne Transparenz über die Vermarktung bleibt unklar, ob die Strategie aufgeht. Unternehmen siedeln sich nicht automatisch an, nur weil die Infrastruktur vorhanden ist. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage stellt sich die Frage, ob die Investitionen in Kritzow bereits Früchte tragen oder ob die Stadt auf einem weitgehend ungenutzten Gewerbegebiet sitzt.

Warten auf Fakten

Bis belastbare Zahlen veröffentlicht werden, bleibt vieles Spekulation. Sicher ist nur: Die Erschließung ist abgeschlossen, doch die wirtschaftliche Dynamik, die das Gebiet eigentlich entfalten sollte, ist bislang nicht sichtbar. Wann die ersten Unternehmen tatsächlich bauen – und ob überhaupt – ist weiterhin offen, wie wir jetzt alle wissen.

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