Die deutsche Hotelbranche erlebt eine ihrer schwersten Krisen der vergangenen Jahre. Die REVO Hospitality Group, einer der größten Hotelbetreiber des Landes, hat für rund 140 Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen ist auch das Townhouse Wismar am Marktplatz sowie mehrere weitere Standorte in Mecklenburg‑Vorpommern, darunter Häuser in Rostock und Schwerin.
Betrieb in Wismar bleibt stabil
Für Gäste und Beschäftigte gibt es vorerst Entwarnung. Trotz des Insolvenzantrags beim Amtsgericht München bleibt der Hotelbetrieb in Wismar geöffnet, bestehende Buchungen behalten ihre Gültigkeit. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.
Ursachen: Kostenexplosion und Konsumflaute
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt die Gruppe die Nachwirkungen stark gestiegener Energiepreise, höhere Pachtkosten und eine anhaltende Konsumzurückhaltung in der Branche. Die Eigenverwaltung soll es ermöglichen, das Unternehmen unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu sanieren. Ziel ist es, Investoren zu gewinnen und die Standorte langfristig zu sichern.
Probleme im Vertrieb erschweren die Lage
Hinter den Kulissen zeigen sich erste operative Schwierigkeiten. Durch die Trennung von IT‑Systemen einzelner Partner – darunter die Accor‑Gruppe – war die Online‑Buchbarkeit mancher Häuser zeitweise eingeschränkt. Die Hotelleitung in Wismar arbeitet daran, den Ablauf für Gäste möglichst störungsfrei zu halten.
Wismar hofft auf stabile Zukunft des Standorts
Für die Hansestadt hat das Townhouse am Markt eine besondere Bedeutung. Es prägt das Stadtbild und ist ein wichtiger Baustein für den Tourismus. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass die Sanierung gelingt und der Standort ohne langfristige Einschränkungen durch die Krise kommt.