Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) steht in Wismar vor einer Entwicklung, die den Standort grundlegend verändern könnte. Die Werft bewirbt sich um einen milliardenschweren Auftrag aus Kanada, der den Bau neuer U‑Boote sowie ein umfassendes Industriepaket umfasst. Sollte der Zuschlag kommen, wäre Wismar über viele Jahre hinweg ausgelastet und würde sich als moderner, international relevanter U‑Bootbaustandort etablieren.
Milliardenprojekt mit Signalwirkung
Der kanadische Auftrag, dessen Volumen bei rund zwölf Milliarden Euro liegt, geht weit über den reinen Schiffbau hinaus. Er beinhaltet technologische Kooperationen, industrielle Partnerschaften und langfristige Zusammenarbeit. Für Wismar wäre dies ein strategischer Durchbruch: Die Werft würde nicht nur ausgelastet, sondern dauerhaft in globale Lieferketten eingebunden. Die Bewerbung gilt als eine der wichtigsten industriepolitischen Chancen der Region seit Jahrzehnten.
Personalaufbau in rasantem Tempo
Schon jetzt zeigt sich, wie stark TKMS auf Wachstum setzt. Seit Beginn des Jahres 2026 haben mehr als 140 neue Mitarbeitende ihre Arbeit aufgenommen. Bei entsprechender Auftragslage soll die Belegschaft schrittweise weiter wachsen. Bis Ende 2029 könnten rund 1.500 Menschen in Wismar beschäftigt sein. Damit würde die Werft wieder zu einem der größten industriellen Arbeitgeber Nordwestmecklenburgs aufsteigen und der Region neue wirtschaftliche Stabilität geben.
Investitionen in eine Hightech‑Werft
Parallel zum Personalaufbau investiert TKMS massiv in die Modernisierung des Standorts. Rund 200 Millionen Euro fließen im laufenden Geschäftsjahr in neue Fertigungsanlagen, digitale Produktionsprozesse und spezialisierte Infrastruktur. Die Werft wird damit technisch auf ein Niveau gehoben, das den Bau hochmoderner U‑Boote wie der Klasse 212 CD ermöglicht. Die Modernisierung ist ein zentraler Baustein, um international konkurrenzfähig zu bleiben.
Rückenwind durch globale Nachfrage
Der Standort profitiert zudem vom Rekordauftragsbestand, den TKMS Ende 2025 erreicht hat. Weltweit steigt die Nachfrage nach konventionellen U‑Booten – getrieben durch sicherheitspolitische Entwicklungen, technologische Modernisierung und geopolitische Spannungen. Für Wismar könnte dieser Trend zum entscheidenden Vorteil werden. Die Kombination aus globaler Nachfrage, technischer Aufrüstung und möglichem Großauftrag schafft eine Perspektive, die die Werft langfristig stabilisieren könnte.