In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft hat Bürgermeister Thomas Beyer das vorläufige Finanzergebnis für das Jahr 2025 vorgestellt – und dabei sowohl positive Entwicklungen als auch deutliche Herausforderungen benannt. Die Hansestadt schließt das Haushaltsjahr mit einem negativen Saldo von 8,342 Millionen Euro ab. Zwar liegt dieser Wert deutlich über dem geplanten Minus von 17,5 Millionen Euro, dennoch sei das Ergebnis angesichts des fortbestehenden Defizits nicht zufriedenstellend, betonte Beyer.
Entwicklung der Kredite und Investitionen
Zum Jahresende 2024 belief sich der Stand der Investitionskredite auf 73,345 Millionen Euro. Nach Tilgungen und neuen Kreditaufnahmen für laufende Investitionsprojekte lag der Kreditstand Ende 2025 bei rund 78 Millionen Euro. Kassenkredite mussten nicht genutzt werden, die Stadt verfügte über eine Liquidität von etwa 19 Millionen Euro. Zu den größten Investitionsmaßnahmen zählten das Großgewerbegebiet Wismar‑Kritzow, der Brunkowkai, der Gleisausbau im Haffeld Süd sowie der Werftzubringer im Gewerbegebiet West. Das Anlagevermögen der Stadt stieg um rund 21 Millionen Euro auf 612,7 Millionen Euro.
Tourismus und Kultur mit stabilen Zahlen
Auch die touristische Entwicklung präsentierte der Bürgermeister. Bis Oktober 2025 wurden in Betrieben ab neun Betten 444.517 Übernachtungen gezählt – ein Rekordwert für diesen Zeitraum. Die Besucherzahlen in kulturellen Einrichtungen blieben weitgehend stabil: Das phanTECHNIKUM verzeichnete 52.600 Gäste, das Stadtmuseum Schabbell rund 19.000. St.-Georgen-Kirche, Marienkirchturm und Welt-Erbe-Haus kamen zusammen auf mehr als 250.000 Besucherinnen und Besucher. Trotz leicht rückläufiger Zahlen führten erhöhte Eintrittspreise zu Mehreinnahmen von insgesamt 37.000 Euro.
Maßnahmen zur besseren Erfassung und Steuerung
Um Besucherströme künftig präziser auswerten zu können, wurden in mehreren Einrichtungen Personenzählsysteme installiert. Ein weiteres soll im Welt-Erbe-Haus folgen. Zudem kündigte Beyer an, Marketing- und Besucherlenkungsmaßnahmen weiter zu verstärken, um die Entwicklung zu stabilisieren oder im besten Fall zu verbessern.