Die TKMS‑Werft in Wismar übernimmt erstmals den Bau von U‑Booten für den Stadtstaat Singapur. Geschäftsführer Oliver Burkhard bestätigte, dass zwei Boote der Klasse 218SG am Standort entstehen sollen – ein Typ, der bislang ausschließlich in Kiel gefertigt wurde. Die 218SG‑U‑Boote gehören zu den modernsten konventionellen Unterwasserbooten weltweit: rund 70 Meter lang, etwa 2.000 Tonnen Verdrängung an der Oberfläche und ausgestattet mit luftunabhängiger Antriebstechnik (AIP), die lange Tauchzeiten ermöglicht.
Weitere Aufträge aus Norwegen
Auch Norwegen hat zwei U‑Boote bestellt, die zumindest teilweise in Wismar gebaut werden sollen. Ob die Fertigung vollständig oder nur in Teilen am Standort erfolgt, lässt TKMS noch offen. Klar ist jedoch: Die Werft in Wismar wird inzwischen als gleichwertig zur Kieler Stammwerft betrachtet – ein deutlicher Schritt in der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens.
Umbau zur modernen U‑Boot‑Produktion
Derzeit entsteht in Wismar die sogenannte Druckkörpertaktstraße, eine Art Fließband für den U‑Boot‑Bau. Rund 200 Millionen Euro investiert TKMS in den Umbau. Offiziell soll die Werft zwischen 2027 und 2028 vollständig hochgefahren sein. Der Baubeginn für die ersten U‑Boote ist für den Herbst geplant. Zusätzlich steht im kommenden Jahr der Bau des neuen Forschungsschiffs „Polarstern“ auf dem Programm.
Deutlicher Personalaufbau geplant
Aktuell arbeiten etwa 400 Menschen für TKMS in Wismar. In den kommenden drei Jahren sollen über 1.000 neue Stellen entstehen. Burkhard zeigt sich optimistisch: Auf einzelne Positionen gebe es bereits bis zu 30 Bewerbungen. Herausfordernd werde eher die letzte Phase des Wachstums, wenn die Belegschaft die 1.000er‑Marke überschreitet – dennoch bleibt das Unternehmen zuversichtlich.
Wismar entwickelt sich damit zu einem zentralen Standort im deutschen U‑Boot‑Bau – mit internationaler Bedeutung und erheblichen wirtschaftlichen Impulsen für die Region.