Wenige Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern überholt die SPD in einer Umfrage erstmals die AfD – aus Sicht von Politikwissenschaftler Wolfgang Muno von der Universität Rostock birgt das für die Sozialdemokraten auch ein Risiko.
Zwar stehe die SPD nun auf einer Sieger- und die AfD auf der Verliererstraße, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Doch es gibt immer noch 20 Prozent Unentschlossene.“ Für die SPD bestehe jetzt die Gefahr, dass sich ihre potenziellen Wähler in Sicherheit wiegen und am Sonntag nicht zur Wahl gehen.
Kampf um die Unentschlossenen
Das gelte im Übrigen auch für die kleineren Parteien. Muno erinnerte an die Aussage des CDU-Spitzenkandidaten Daniel Peters im TV, dass seiner Ansicht nach die CDU sicher in den neuen Landtag einziehe. „Das ist nicht gerade ein Aufruf an die Unentschlossenen, die CDU zu wählen“, sagte Muno.
Nach der jüngsten Umfrage für das ZDF-„Politbarometer“ vor der Wahl am Sonntag liegt die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mit 37 Prozent knapp vor der AfD, die auf 36 Prozent kommt. Die Linke erreicht 9 Prozent, die Union 6, die Grünen 5 und das BSW 4 Prozent. Umfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Sie bilden nur den Stand zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose. Zudem haben sie statistisch bedingt eine Fehlermarge.
Auch Muno wies auf die Fehlermöglichkeit der Umfrage hin. Die Forschungsgruppe Wahlen gibt sie bei einem Anteilswert von 40 Prozent mit plus/minus drei Prozentpunkten an, bei einem Anteilswert von zehn Prozent sind es plus/minus zwei Prozentpunkte.