Wie kann Gleichstellungsarbeit in Mecklenburg‑Vorpommerns Kommunen künftig verlässlich funktionieren? Diese Frage steht am 23. und 24. September 2026 im Mittelpunkt des landesweiten Netzwerktreffens der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten. Auch Wismars Gleichstellungsbeauftragte Petra Steffan nimmt daran teil.
Das zweitägige Treffen findet im „DeveLUP“ in Ludwigslust statt. Gemeinsam mit der Leitstelle für Frauen und Gleichstellung sowie dem Landesfrauenrat Mecklenburg‑Vorpommern geht es um Erfahrungsaustausch, Beratung und eine stärkere Vernetzung zwischen den Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Landtagswahl und mögliche Auswirkungen
Am ersten Tag diskutierten die Teilnehmerinnen auch die Ergebnisse der Landtagswahl und mögliche Folgen für die kommunale Gleichstellungsarbeit. Im Mittelpunkt standen Fragen nach künftigen Rahmenbedingungen und danach, was Kommunen benötigen, um Gleichstellung vor Ort weiterhin verlässlich leisten zu können.
„Wir treffen uns nicht nur, um über Gleichstellung zu sprechen. Wir treffen uns, weil wir wissen, wie wichtig es ist, Erfahrungen miteinander zu teilen und sich gegenseitig den Rücken zu stärken“, sagte Petra Steffan. Die Herausforderungen seien von Kommune zu Kommune unterschiedlich – gerade deshalb sei der Austausch wichtig.
Breites Aufgabenfeld von Gewaltschutz bis Teilhabe
Die Arbeit kommunaler Gleichstellungsbeauftragter berührt zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, politische und gesellschaftliche Teilhabe, Gewaltschutz sowie die Entwicklung kommunaler Angebote. Sie bringen unterschiedliche Lebensrealitäten in Entscheidungsprozesse ein und vernetzen Akteure innerhalb und außerhalb der Verwaltungen.
Gleichstellungsarbeit gilt als Querschnittsaufgabe – mit Berührungspunkten zu Politik, Wirtschaft, Bildung und sozialer Infrastruktur.
Netzwerk stärkt die Arbeit vor Ort
Besonders wichtig war den Teilnehmerinnen der persönliche Austausch. In vielen Kommunen arbeiten Gleichstellungsbeauftragte allein für ihr Fachgebiet. Der direkte Kontakt zu Kolleginnen aus anderen Städten und Landkreisen sowie zu Ansprechpartnerinnen auf Landesebene soll helfen, Erfahrungen und Lösungsansätze schneller weiterzugeben.
„Gleichstellungsarbeit lebt vom Austausch. Viele Herausforderungen sind vor Ort unterschiedlich. Aber wir stellen immer wieder fest, dass wir uns gegenseitig mit Erfahrungen, Ideen und konkreter Beratung weiterhelfen können“, sagte Beate Benz, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Boizenburg und Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft.