Mecklenburg‑Vorpommern. Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl am 20. September verzeichnet die Tourismusbranche in Mecklenburg‑Vorpommern einzelne Gäste, die das Bundesland künftig nicht mehr besuchen wollen. Das bestätigte Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, auf Anfrage der Deutschen Presse‑Agentur. Man erhalte „einige Rückmeldungen, gerade von Partnern aus den Regionen“. Einige Gäste hätten mitgeteilt, nicht oder nicht mehr nach Mecklenburg‑Vorpommern reisen zu wollen.
Branche betont Gastfreundschaft
Kranz bedauerte diese Nachrichten ausdrücklich. Man arbeite gemeinsam mit Gastgeberinnen und Gastgebern im ganzen Land daran, „das gastfreundliche und offene MV zu leben und zu kommunizieren, in dem unsere Gäste willkommen sind und sich wohlfühlen können“. Die Ostsee‑Zeitung hatte zuvor über entsprechende Fälle berichtet.
Usedom: Einzelfälle ohne Auswirkungen auf Buchungen
Auch Karina Schulz von der Usedom Tourismus GmbH bestätigte vereinzelte Rückmeldungen. Einige besorgte Gäste hätten unmittelbar nach der Wahl geschrieben, die Insel künftig meiden zu wollen. Inzwischen gebe es jedoch keine neuen Nachrichten dieser Art. Konkrete Stornierungen seien nicht eingegangen. Schulz betonte, die Reaktionen seien nicht nachvollziehbar – insbesondere, weil die betreffenden Gäste Usedom bereits mehrfach besucht hätten und die Mentalität der Menschen kennen würden. Daran ändere auch keine Wahl etwas.
AfD sieht keinen Zusammenhang
Der tourismuspolitische Sprecher der AfD‑Fraktion, Paul Timm, bezeichnete die geschilderten Fälle als „Panikmache“ und sprach von „maximal anekdotischer Evidenz“. Belastungen für den Tourismus entstünden nicht durch Wahlergebnisse, sondern durch gestiegene Kosten etwa für Energie und Personal, die an die Urlauber weitergegeben würden.