Behördengänge bequem von zu Hause erledigen, Anträge schneller bearbeiten und Verwaltungsabläufe vereinfachen: Die Gemeinde Insel Poel im Landkreis Nordwestmecklenburg will ihre Verwaltung stärker digitalisieren. Dazu hat Bürgermeister Florian Lechner (SPD) Ende der Woche eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Elektronische Verwaltung in Mecklenburg-Vorpommern (eGo-MV) unterzeichnet.
Der Zweckverband unterstützt Kommunen im Land bei der Einführung und Betreuung digitaler Verwaltungssysteme. Durch die Zusammenarbeit sollen auf Poel künftig mehr Verwaltungsleistungen online angeboten werden. Bürger könnten dann bestimmte Anträge direkt am heimischen Computer stellen, ohne dafür persönlich in der Gemeindeverwaltung erscheinen zu müssen.
Weniger Bürokratie und schnellere Bearbeitung
Neben zusätzlichen Online-Angeboten sollen auch die internen Arbeitsabläufe der Verwaltung modernisiert werden. Ziel ist es, Anträge effizienter zu bearbeiten und den Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
Bürgermeister Florian Lechner erhofft sich davon weniger Bürokratie und eine Entlastung der Gemeindemitarbeiter. Welche Verwaltungsleistungen zuerst digitalisiert werden und wann die neuen Angebote zur Verfügung stehen, wurde bislang nicht konkret mitgeteilt.
Persönliche Behördengänge bleiben möglich
Trotz der geplanten Digitalisierung sollen die bisherigen Möglichkeiten für persönliche Behördengänge erhalten bleiben. Bürger, die keinen Internetzugang haben oder ihre Anliegen lieber direkt mit einem Mitarbeiter besprechen möchten, können sich auch künftig an die Gemeindeverwaltung wenden.
Damit soll sichergestellt werden, dass die neuen digitalen Angebote eine zusätzliche Möglichkeit darstellen und niemand von Verwaltungsleistungen ausgeschlossen wird.
Poel soll Modell für andere Gemeinden werden
Die Insel Poel übernimmt bei dem Vorhaben die Rolle einer Modellkommune. Die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit eGo-MV sollen zeigen, welche digitalen Lösungen sich im kommunalen Verwaltungsalltag bewähren.
Funktioniert das Konzept wie geplant, könnten die gewonnenen Erkenntnisse später auch anderen Städten und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern zugutekommen. Mit der unterzeichneten Absichtserklärung ist zunächst die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit geschaffen. Konkrete Umsetzungsschritte und ein Zeitplan für die Einführung der digitalen Dienstleistungen stehen noch aus.