Montag, 06.April 2026
7.9 C
Wismar
Start Blog

Spezial‑Katamaran soll Rettung für Wal prüfen: Entscheidung am Dienstag erwartet

Eigentlich galt ein Eingreifen als ausgeschlossen. Doch Umweltminister Till Backhaus spricht nun von einer neuen Möglichkeit: Ein Spezial‑Katamaran aus Dänemark könnte Timmy lebend aufnehmen und in die Nordsee transportieren. Das Schiff sei in extrem flachem Wasser manövrierfähig und für Bergungen großer Meeressäuger ausgelegt. „Es wird verhandelt“, sagte Backhaus. Voraussetzung sei jedoch ein medizinisches Gutachten, das dem Wal überhaupt eine Überlebenschance bescheinigt.

Wal zeigt Lebenszeichen – aber Zustand bleibt kritisch

Timmy hat die sechste Nacht in Folge in der Bucht verbracht. Laut Polizei gab es keine Aktivitäten, aber weiterhin unregelmäßige Laute. Die Atemfrequenz liegt bei zwei bis fünf Minuten. Der Wasserstand ist aktuell rund 30 Zentimeter unter Normalnull – ein zusätzlicher Stressfaktor für das geschwächte Tier. Backhaus beschreibt den Zustand als „sehr schlecht“.

Warum der Katamaran erst jetzt Thema wird

Ministeriumssprecher Claus Tantzen erklärt, dass sich die Lage des Wals grundlegend verändert habe. Bislang habe sich Timmy immer wieder selbst freischwimmen können. Dass er nun erneut in extrem flaches Wasser geraten sei, deute auf massive Erschöpfung oder eine schwere Erkrankung hin. Erst diese neue Situation mache eine Bergung überhaupt diskutabel. Gleichzeitig betont Tantzen, dass man verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen müsse.

Technik und Zeitdruck

Das dänische Bergungsunternehmen hat den Spezial‑Katamaran angeboten. Die Anlieferung würde etwa zwei Tage dauern – abhängig vom Wetter. Vorher muss jedoch feststehen, ob Timmy den Transport überhaupt überstehen könnte. Fachleute entnehmen derzeit Wasserproben, um den Salzgehalt zu prüfen. Die Ostsee ist deutlich salzärmer als die Nordsee, was Timmys Haut bereits stark geschädigt hat.

Geringe Chancen – aber ein letzter Funke Hoffnung

Tantzen dämpft Erwartungen: Die Chance, den Wal lebend aus seiner Falle zu holen, sei äußerst gering. Dennoch prüfen die Behörden alle Optionen. Für viele Beobachter vor Ort ist allein die Tatsache, dass eine Rettung überhaupt wieder im Raum steht, ein kleines Osterwunder.