Am 23. März 2026 wollen Apotheken in ganz Deutschland ein deutliches Zeichen setzen – auch in Wismar und im Landkreis Nordwestmecklenburg. Zahlreiche Betriebe kündigen an, sich am bundesweiten Apotheken-Protesttag zu beteiligen und ihre Offizinen für mehrere Stunden zu schließen. Hintergrund ist die seit Jahren unzureichende Finanzierung der Apotheken.
Seit 20 Jahren kaum Anpassungen beim Honorar
Das Apothekenhonorar wurde seit 2004 nur ein einziges Mal und lediglich minimal erhöht. Gleichzeitig steigen Personal-, Energie- und Betriebskosten kontinuierlich. Viele Apotheken in der Region berichten, dass die wirtschaftliche Belastung kaum noch tragbar sei. Einige Inhaber sprechen offen von Existenzsorgen und warnen vor weiteren Schließungen – besonders im ländlichen Raum.
Zentrale Demonstration in Berlin geplant
Der Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern ruft gemeinsam mit allen Landesapothekerverbänden zur Teilnahme an einer zentralen Demonstration in Berlin auf. So wollen die Apotheker vor dem Bundesgesundheitsministerium und auf einer abschließenden Kundgebung auf ihre Lage aufmerksam machen.
Viele Apotheken bleiben während des Protests geschlossen
Auch aus Wismar und Nordwestmecklenburg werden zahlreiche Teilnehmende erwartet. Viele Apotheken kündigen an, während der Protestzeit geschlossen zu bleiben oder nur einen Notdienst vorzuhalten. Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen und eine verlässliche, auskömmliche Finanzierung einzufordern.
Versorgung vor Ort in Gefahr
Die Verbände betonen, dass es beim Protest nicht um Symbolpolitik gehe, sondern um die Zukunft der wohnortnahen Arzneimittelversorgung. Ohne schnelle Verbesserungen drohe die Schließungswelle weiterzugehen. Besonders im ländlichen Raum könne dies gravierende Folgen für Patienten haben.