Mecklenburg‑Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) äußert sich in einer Sondersitzung des Agrarausschusses kritisch zu seiner früheren Zustimmung für den Rettungsversuch des vor der Ostseeküste gestrandeten Buckelwals. Auf die Frage, ob er aus heutiger Sicht erneut „als Minister mit dieser Initiative einen solchen Versuch unternehmen“ würde, antwortet Backhaus mit Nein. Als Grund nennt er unter anderem, dass die private Initiative vereinbarte Vorgaben nicht vollständig eingehalten habe.
Öffentliche Sitzung und Forderung nach Transparenz
Die rund dreistündige Ausschusssitzung findet – anders als zunächst geplant – öffentlich statt. Der Ausschuss beschließt dies zu Beginn der Sitzung. Backhaus erklärt bei seiner Ankunft, er habe „nichts zu verbergen“. Auslöser der Sitzung ist ein Antrag der CDU‑Landtagsfraktion. Deren artenschutzpolitische Sprecherin Beate Schlupp fordert volle Transparenz darüber, „welche fachlichen Gutachten seiner Entscheidung damals tatsächlich zugrunde lagen“.
Umstrittene Rettungsaktion im Frühjahr
Der Buckelwal war im Frühjahr mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Trotz anderslautender Einschätzungen von Fachleuten gibt Backhaus Mitte April überraschend grünes Licht für den Transportversuch einer privaten Initiative. Der Wal wird in einer spektakulären Aktion mit einem Lastkahn in die Nordsee gebracht und dort freigelassen. Mitte Mai wird das Tier tot vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
Kritik an der Initiative und offene Kosten
Backhaus betont im Ausschuss, der Versuch sei aus Sicht des Landes „erfolgreich“, da der Wal geborgen worden sei. Gleichzeitig verweist er auf Versäumnisse der Initiative: Die zuvor vereinbarte lückenlose Dokumentation des Transports sei nicht erfolgt, ebenso wenig die vollständige Übermittlung der Tracker‑Daten. Zudem habe das Ministerium entstandene Mehrkosten – etwa Personalkosten – bislang nicht zurückerhalten.