Mecklenburg‑Vorpommern steht am Donnerstag vor einem groß angelegten Protesttag der Landwirtschaft. Zwischen 7.00 und 17.00 Uhr planen Landwirte des Vereins „Land schafft Verbindung MV“ sowie der „Freien Bauern“ Demonstrationen an mehr als 30 Autobahnanschlussstellen im gesamten Bundesland. Ziel der Aktionen ist ein deutliches Signal gegen das geplante EU‑Mercosur‑Freihandelsabkommen.
Sorge vor Wettbewerbsnachteilen
Die Landwirte befürchten, dass durch günstigere Agrarimporte aus Südamerika ein massiver Wettbewerbsdruck entsteht. Sie warnen vor einem „unumkehrbaren Strukturwandel“ in der heimischen Landwirtschaft, sollten Produkte aus Ländern mit niedrigeren Produktionsstandards verstärkt auf den europäischen Markt gelangen.
Verkehrsbehinderungen trotz Auflagen erwartet
Das Innenministerium hat die Proteste genehmigt – allerdings unter der klaren Auflage, dass keine Anschlussstelle blockiert werden darf und das Ab- und Auffahren möglich bleiben muss. Dennoch rechnet das Ministerium mit erheblichen Verkehrsbehinderungen im Umfeld der betroffenen Auffahrten.
Das Bildungsministerium hat bereits reagiert: Schüler, die aufgrund der Proteste nicht rechtzeitig zur Schule gelangen, gelten nach telefonischer oder schriftlicher Abmeldung als entschuldigt.
Landwirtschaft intern gespalten
Während regionale Verbände die Proteste als notwendig und existenziell einstufen, zeigt sich der Bauernverband Mecklenburg‑Vorpommern zurückhaltender. Aktionen, die die gesellschaftliche Akzeptanz gefährden könnten, seien „nicht der richtige Weg“, heißt es aus dem Verband. Die Teilnahme bleibe den Landwirten selbst überlassen.
Politik sucht Gespräch
Parallel zu den Vorbereitungen der Demonstrationen sucht die Landespolitik den Dialog. Landwirtschaftsminister Till Backhaus trifft sich mit Vertretern von LSV und den Freien Bauern, um über die Sorgen der Branche zu sprechen – insbesondere über die unterschiedlichen Produktionsstandards in Europa und Südamerika, die im Zentrum der Kritik stehen.