Zwei Jahre nach Einführung des erweiterten Leseunterrichts zeigt sich das Bildungsministerium zufrieden. Rund 76.000 Grundschülerinnen und Grundschüler in Mecklenburg‑Vorpommern lesen seit 2024 täglich 20 Minuten zusätzlich.
Bildungsministerin Simone Oldenburg verweist auf eine wissenschaftliche Studie, die deutliche Fortschritte belegt. Vor Einführung des Lesebands lagen die Lesekompetenzen im Land fast durchgängig unter dem bundesweiten Durchschnitt. Kathrin Mahlau von der Universität Greifswald bestätigt die Entwicklung: Die Lücken zur Norm werden kleiner.
Verbesserungen in allen Klassenstufen
Besonders bei Zweitklässlern zeigt sich ein klarer Effekt: Sie konnten am Ende der Testphase doppelt so viele Wörter lesen wie zuvor. In den Klassen 3 und 4 verbesserte sich das Leseverständnis spürbar. Das Ministerium plant daher, den täglichen Leseunterricht auf die Klassen 5 und 6 auszuweiten. Oldenburg betont, dass Textverständnis für jedes Fach notwendig sei.
Matheband in Vorbereitung
Parallel dazu soll ein Matheband entstehen, das tägliche mathematische Übungen vorsieht. Ziel ist es, vor allem das Kopfrechnen zu stärken. Die Erarbeitung des Programms läuft seit zwei Jahren, dennoch wird es voraussichtlich erst im übernächsten Schuljahr eingeführt. Oldenburg verweist auf notwendige Fortbildungen für Lehrkräfte, die Zeit benötigen.
Weiterhin Herausforderungen im Bildungssystem
Trotz der positiven Bilanz beim Lesen sieht das Ministerium weiterhin strukturelle Mängel im Bildungssystem. Die Einführung des Lesebands gilt als ein Baustein, um die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler langfristig zu verbessern.