Vor dem Hintergrund des zunehmenden Rückgangs der Artenvielfalt passt die Hansestadt Wismar seit einiger Zeit den Umgang mit ihren gepflegten Grünflächen an. Statt Flächen regelmäßig kurz zu mähen, entstehen an mehreren Stellen im Stadtgebiet naturnahe Blühwiesen – unter anderem an der Dr.-Leber-Straße, im Park an der Richard‑Wagner‑Straße, im Lindengarten sowie im Seebad Wendorf.
Lebensräume für Insekten und Vögel
Die farbenfrohen Wiesen leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität. Sie benötigen Zeit, um sich vollständig zu entwickeln, bieten jedoch bereits jetzt zahlreichen Tieren wertvolle Lebensräume. Unterschiedliche Pflanzenarten sorgen für ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Käfer. Auch Vögel profitieren von den entstehenden Strukturen und finden dort Nahrung sowie Rückzugs‑ und Brutmöglichkeiten.
Pflege durch den EVB: seltenes Mähen, bewusstes Liegenlassen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Entsorgungs‑ und Verkehrsbetriebes (EVB) mähen diese Flächen bewusst nur ein‑ bis zweimal im Jahr. Das Schnittgut bleibt anschließend einige Tage liegen, damit Samen ausreifen und wieder in den Boden gelangen können. So können sich weitere Pflanzen entwickeln und die Lebensbedingungen für zahlreiche Insektenarten verbessern.
Hoher ökologischer Wert für das Stadtgebiet
Durch die natürliche Entwicklung entstehen artenreiche Wiesen, auf denen sich unterschiedliche, regionaltypische Pflanzen ansiedeln. Davon profitieren zahlreiche Tierarten. Die Hansestadt Wismar möchte diesen Weg fortsetzen und in den kommenden Jahren weitere Grünflächen ökologisch aufwerten.
Unterstützung durch Förderprogramm
Für zusätzliche Maßnahmen zur naturnahen Gestaltung und ökologischen Aufwertung städtischer Grünflächen soll auch das Förderprogramm KfW 444 „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ genutzt werden. Die Blühwiesen sind damit nicht nur ein sichtbares Zeichen für mehr Natur in der Stadt, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.