Die Hoffnung auf eine nächtliche Selbstbefreiung hat sich nicht erfüllt: Mit Tagesanbruch steht fest, dass der verirrte Buckelwal in der Wismarer Bucht weiterhin festliegt. Wasserschutzpolizei und Greenpeace fuhren am Morgen noch einmal mit einem Schlauchboot zu dem Tier, um seinen Zustand einzuschätzen. Es soll vorerst die letzte Annäherung bleiben – der Wal soll möglichst ungestört bleiben, um seine letzten Kraftreserven zu mobilisieren.
Tier deutlich geschwächt – Vögel sitzen auf seinem Rücken
Der Meeressäuger wirkt zunehmend kraftlos. Drei Wasservögel sitzen am Morgen auf seinem Rücken, ein Bild, das die Schwäche des Tieres deutlich macht. Bereits am Vortag hatten Möwen immer wieder auf dem Wal gelandet und in seine angegriffene Haut gepickt.
Trotzdem halten Fachleute an einem Rest Hoffnung fest: Wenn der Wal ausreichend Ruhe bekommt, könnte er sich theoretisch noch selbst in Richtung tieferes Wasser bewegen – und damit den Weg zurück in den Atlantik finden.
Fast regungslos im Wasser – Atemzüge werden seltener
In der Nacht hat sich der Buckelwal kaum bewegt. Er liegt nahezu regungslos in rund zwei Metern Wassertiefe. Seine Atemzüge sind seltener geworden, seine Rufe am Morgen gar nicht mehr zu hören. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen von einem „deutlich geschwächten“ Tier. Das Hautbild sei schlecht, die Aktivität minimal, die Atemfrequenz reduziert.
Seit einer Woche im Fokus der Helferinnen und Helfer
Seit nunmehr einer Woche beschäftigt der Wal zahlreiche Einsatzkräfte und Fachleute. Zunächst hing er mehrere Tage in der Bucht vor Niendorf in Schleswig‑Holstein fest, bevor er am Wochenende in die flachen Bereiche der Wismarer Bucht geriet.
Die Lage bleibt ernst – und die kommenden Stunden könnten entscheidend werden.