Am Donnerstagmorgen herrscht weiterhin große Anspannung rund um den gestrandeten Buckelwal „Timmy“ in der Wismarbucht. Die Behörden halten die Sperrzone konsequent aufrecht, während Aktivisten und Unterstützer zu Demonstrationen auf der Insel Poel aufrufen. Gleichzeitig gibt es neue Beobachtungen zum Zustand des Tieres.
Timmy atmet – Fontäne wieder sichtbar
Am Vormittag bestätigte Greenpeace, dass der Wal noch lebt. Die Atemfontäne war zunächst nicht zu sehen, da der Wasserstand in der Bucht sehr niedrig war. Gegen 11 Uhr wurde sie wieder deutlich sichtbar. Drohnenaufnahmen zeigen weiterhin, wie der Wal im Kirchsee festliegt, große Teile seines Körpers ragen aus dem Wasser.
Absperrungen weiter verstärkt
Die Polizei hat die Sperrzone rund um die Bucht erneut verschärft. Ein Bauzaun blockiert nun den direkten Zugang zum Ufer, um zu verhindern, dass Schaulustige dem Tier zu nahe kommen. Auch die Wasserschutzpolizei hält Abstand, um den Wal nicht zu stressen. Die Experten gehen weiterhin davon aus, dass Timmy es nicht mehr aus eigener Kraft aus der Bucht schafft.
Demo auf Poel: Weniger Teilnehmer als erwartet
Für 11 Uhr wurde eine Demonstration unter dem Motto „Die letzte Chance, den Buckelwal Hope zu retten!“ in Kirchdorf auf Poel angemeldet. Erwartet wurden bis zu 500 Personen. Nach Angaben der Polizei waren am späten Vormittag jedoch erst rund 50 Menschen vor Ort. Die Versammlung findet bewusst in größerer Entfernung zum Wal statt, um eine Störung auszuschließen.
Auch eine Menschenkette wurde angekündigt. In sozialen Netzwerken rufen Unterstützer dazu auf, erneut den Meeresbiologen Robert Marc Lehmann einzubinden.
Wal-Wache zu Land und zu Wasser
Die Behörden sichern das Gebiet weiterhin umfassend ab. Laut Landwirtschaftsministerium wird der Wal sowohl vom Land als auch vom Wasser aus geschützt. Ziel ist es, Timmy in seinem geschwächten Zustand nicht zusätzlich zu belasten.