Am heutigen Mittwoch wurde bekannt, dass zwei DNA‑Proben, die angeblich von Timmy stammen sollen, nicht übereinstimmen. Laut Medienberichten handelt es sich um eine Probe, die der US‑Walexperte Jeff Forster vor der Freilassung des Tieres entnahm, sowie um eine zweite Probe, die eine private Initiative vom Kadaver an der dänischen Insel Anholt gewann.
Biochemisch würde dies bedeuten, dass der tote Wal nicht Timmy ist. Die Verwirrung verstärkte sich, weil der Kadaver in Dänemark als weiblich identifiziert wurde, während man bei der Strandung vor Poel zunächst von einem männlichen Tier ausging.
Experten zweifeln an der Beweiskette
Mehrere Meeresbiologen äußern deutliche Zweifel an der Aussagekraft der DNA‑Analyse. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die fehlende Kontrolle der Probenentnahme und des Transports. Weder Behörden noch wissenschaftliche Institutionen waren anwesend, als die Proben genommen wurden.
Auch der Versand an das Labor wurde nicht überwacht. Fachleute halten es daher für möglich, dass Proben vertauscht oder verunreinigt wurden. Die Skepsis richtet sich weniger gegen die Labordaten selbst als gegen die Frage, ob die richtigen Proben im Labor ankamen.
Warum Timmy dennoch fast sicher tot ist
Trotz der widersprüchlichen DNA‑Informationen sprechen alle belastbaren physischen Indizien dafür, dass der Kadaver auf Anholt Timmy ist. Direkt am Tier wurde der GPS‑Sender gefunden, den Forster dem Wal vor der Freilassung durch die Rückenflosse gebohrt hatte. Seriennummer und Bauform stimmen exakt überein.
Auch die Verletzungsmuster und die Form der Fluke entsprechen den bekannten Aufnahmen des Ostsee‑Wals. Zudem passen die Sendedaten des Trackers: Laut Umweltminister Till Backhaus hörte der Sender zwischen dem 6. und 10. Mai auf zu senden – genau in dem Zeitraum, der mit dem Verwesungsgrad des später gefundenen Kadavers korrespondiert.
Pressekonferenz soll Klarheit bringen
Für den heutigen Nachmittag ist eine private Pressekonferenz in Hamburg angekündigt, bei der die beteiligten Akteure die widersprüchlichen DNA‑Ergebnisse erläutern wollen. Erwartet wird eine Einordnung der Probenwege, der Laboranalyse und der offenen Fragen zur Identität des Tieres.