Samstag, 01.Oktober 2022
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Drohender Gasmangel belastet energieintensive Branchen

Der drohende Gasmangel und die hohen Energiepreise stellen einige Unternehmen im Nordosten vor besonders große Herausforderungen. Hierzu gehören neben dem Düngemittelhersteller Yara in Rostock und der Eisengießerei in Torgelow auch die Bäckereien und Konditoreien im Land.

Wie ein Vertreter des Yara-Werks in Rostock berichtet, liegt der Preis für Ammoniak – einem wichtigen Grundstoff für die Düngerherstellung – auf dem Weltmarkt um das fünf- bis sechsfache über dem Niveau, das er vor dem Beginn des Kriegs in der Ukraine hatte. Der Grund: Um Ammoniak herzustellen, benötigt man Erdgas. Den Erläuterungen zufolge sei man damit am Standort zwar nur indirekt betroffen und könne die höheren Einkaufspreise weitergeben, doch auch das habe seine Grenzen. Bereits jetzt müssen Landwirte demnach nahezu das Dreifache für den fertigen Dünger bezahlen und auch sie müssten dies an ihre Kunden weitergeben.

Auch die Bäcker im Nordosten schauen laut Aussage der Bäcker- und Konditorenvereinigung (BKV) mit einer Portion Fatalismus auf die akute Gefahr eines Gasmangels. Der Verband schätzt den Anteil der Mitgliedsbetriebe, die ihre Backwaren in einem Gas-Ofen herstellen, auf 40 Prozent, ohne den fossilen Rohstoff geht hier nichts.

Laut BKV-Verbandsgeschäftsführer Jan Loleit gibt es so gut wie keinen Spielraum für signifikante Gas-Einsparungen, Investitionen in strombetriebene Öfen seien zudem teuer, dies können sich nur wenige der betroffenen Betriebe aktuell leisten. Doch nicht nur die Lage beim Gas bereitet Sorgen. Loleit zufolge ist bei der überwiegenden Anzahl der Backstuben der Preisschock wegen der stark gestiegenen Energiepreise bereits angekommen, nur wenige haben demnach das Glück länger laufender Lieferverträge.

Auch die Eisengießerei in Torgelow leidet bereits jetzt akut unter den hohen Energiepreisen. Wie der neue Eigentümer Silbitz Group mitteilte, habe man den Betrieb erst Anfang November 2021 übernommen, es sei daher nicht möglich gewesen, langfristige Energieverträge abzuschließen. Die explodierenden Energiekosten schlagen am Standort daher nahezu zu hundert Prozent durch. Je länger das Problem anhält, desto größer wird es dem Unternehmen zufolge: “Durch die steigenden Energiepreise und den Versuch, diese an unsere Endkunden weiterzugeben, verliert nicht nur der Standort in Deutschland, sondern auch der Standort Europa seine Wettbewerbsfähigkeit.”

Kurzfristig könnte der Betrieb zwar auch bei einem akuten Gasmangel weiterlaufen, doch nur zeitweise: Man sei von Lieferanten abhängig, die zur Herstellung ihrer Produkte Gas als Energieträger einsetzten.

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