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Ein Jahr Cannabis-Gesetz: Bisher drei Vereinigungen in MV

Ein Jahr nach der Erlaubnis von Cannabis-Anbauvereinigungen sind in Mecklenburg-Vorpommern drei davon zugelassen. Insgesamt sind nach Angaben des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bisher 13 Anträge auf Zulassung von Vereinigungen gestellt worden.

Zwei der drei derzeit existierenden Anbauvereinigungen sind in Greifswald, eine in Rostock. Zuständig für die Zulassung und Überwachung der Anbauvereinigungen ist in Mecklenburg-Vorpommern das Landesamt LALLF. Die Behörde legt die jährliche Anbaumenge fest, in diesem Jahr hat sie auch erste Proben des angebauten Cannabis genommen.

Gesetz als „Quelle komplexer Fragestellungen“

Die Anfangszeit war auch für das Landesamt nicht einfach. Die Umsetzung habe sich aufgrund nicht klar formulierter Regelungen und der Neuartigkeit des Gesetzes als „Quelle komplexer Fragestellungen“ erwiesen, erklärt Jessica Schwandt im Jahresbericht des LALLF für das Jahr 2024. Dennoch blicke man auf drei erfolgreich genehmigte Anbauvereinigungen zurück.

Marc Thalus zieht eine positive Bilanz nach einem Jahr Cannabis-Gesetz. „Das Gesetz ist ein voller Erfolg, ich habe bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht“, sagt der 36-jährige Greifswalder, Gründer und Vorsitzender der Anbauvereinigung „Sochill Green“. Er hatte die Lizenz im August 2024 erhalten. Am Anfang habe seine Vereinigung etwa 70 Mitglieder gehabt, heute seien es 242, weitere 200 Interessenten ständen auf einer Warteliste. 

Ende März habe er die erste Ernte der insgesamt 700 Pflanzen an die Mitglieder ausgeben können, erklärt Thalus. Von der Qualität des Cannabis sei er überzeugt, aber er habe weniger Cannabis geerntet als geplant. 

„Drei Anbauvereinigungen im Land sind zu wenig“

Die Vereinigung habe in der Zwischenzeit noch einmal umziehen müssen, weil der Gesetzgeber einen Mindestabstand zu Kindergärten von 200 Metern fordere. Inzwischen habe er neue Flächen gefunden, die er jetzt ausstatten muss, unter anderem mit zahlreichen Überwachungskameras. Die Erträge für die erste Ernte müsse die Vereinigung zum großen Teil in die neue Anlage stecken.

Drei Anbauvereinigungen in ganz Mecklenburg-Vorpommern sind aus der Sicht von „Sochill Green“-Gründer Marc Thalus zu wenig, der Bedarf sei größer. Er glaube, dass Cannabis-Gesetz auch unter der neuen Bundesregierung Bestand habe. „Die Cannabis-Clubs sorgen für Sicherheit, Reinheit, Jugendschutz und Gesundheitsschutz“, sagt er. „Das Geld fließt so nicht mehr in den Schwarzmarkt.“ Auch mit der Zusammenarbeit mit den Behörden sei er sehr zufrieden.

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