Wie viele Kommunen steht auch die Hansestadt Wismar vor wachsenden sozialen Herausforderungen. Dazu gehören die zunehmende Isolation älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen, steigende Wohnkosten für Studierende und Auszubildende sowie der Wunsch nach mehr sozialem Zusammenhalt zwischen den Generationen. Gleichzeitig verfügt die Stadt über zentrale Akteure, die für ein gemeinsames Modell prädestiniert sind: die kommunalen Pflegeheime, die städtische Wohnungsgesellschaft sowie die Hochschule Wismar mit dem Studierendenwerk. Ergänzend kommen IHK und Handwerkskammern als Partner für Auszubildende in Betracht.
Zielsetzung des Modells
Das vorgeschlagene Kooperationsmodell der Fraktion Liberale Liste – FDP-Bürgerschaftsfraktion verfolgt das Ziel, Studierenden und Auszubildenden vergünstigten Wohnraum oder Mietzuschüsse zu ermöglichen, wenn sie sich im Gegenzug zu regelmäßigen nachbarschaftlichen Unterstützungsleistungen in Pflegeheimen verpflichten. Diese Tätigkeiten sollen sich ausdrücklich auf alltagsnahe Hilfen wie Vorlesen, gemeinsame Spiele, Einkäufe oder Begleitung bei Spaziergängen beschränken. Pflegerische oder medizinische Leistungen sind ausgeschlossen und bleiben Aufgabe der professionellen Einrichtungen.
Nutzen für Stadtgesellschaft und Einrichtungen
Durch ein solches Modell könnten soziale Isolation und Einsamkeit älterer Menschen gemindert und gleichzeitig junge Menschen finanziell entlastet werden. Darüber hinaus stärkt das Konzept das nachbarschaftliche Miteinander und fördert den generationsübergreifenden Austausch. Die beteiligten Einrichtungen würden von einer engeren Verzahnung und einer stärkeren sozialen Einbindung profitieren.
Fördermöglichkeiten und Pilotphase
Zu prüfen ist, ob Förderprogramme auf Landes- oder Bundesebene genutzt werden können, etwa im Bereich der Quartiersentwicklung oder im Rahmen bundesweiter Initiativen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ein erster Umsetzungsschritt könnte in Form eines Pilotprojekts erfolgen, das mit ausgewählten Pflegeheimen und einer begrenzten Zahl an Studierenden oder Auszubildenden startet. Die gewonnenen Erfahrungen würden anschließend in eine mögliche Ausweitung des Modells einfließen.