Die Grippe breitet sich in Mecklenburg‑Vorpommern derzeit deutlich stärker aus als im vergangenen Winter. In den ersten fünf Wochen des Jahres wurden dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) knapp 5.000 Influenza‑Fälle gemeldet – im gleichen Zeitraum 2025 waren es rund 3.500. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober liegt die Zahl damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.
Besonders betroffen sind Menschen ab 65 Jahren, auf die etwa ein Viertel aller Fälle entfällt. Auch Kinder zwischen 5 und 14 Jahren erkranken überdurchschnittlich häufig. Die Behörden empfehlen vor allem älteren und vorerkrankten Menschen weiterhin die jährliche Grippeschutzimpfung.
Ausbrüche in Pflegeheimen – Impfstoff knapp
Mehrere Alten‑ und Pflegeheime meldeten Influenza‑Ausbrüche, allerdings ohne auffällige Abweichungen zu den Vorjahren. In Rostock gab es ähnlich viele Ausbrüche wie 2025, jedoch mit mehr Erkrankten pro Fall. Wichtig bleiben Impfungen, Hygiene und das Zuhausebleiben bei Symptomen.
Laut Axel Pudimat, dem zweiten Vorsitzenden des Apothekerverbandes MV, ist der Impfstoff in dieser Saison vielerorts nur noch begrenzt verfügbar. Die Vorräte seien aufgrund der starken Welle weitgehend aufgebraucht: Bereits im November seien die großen Mengen verimpft gewesen, inzwischen gebe es nur noch Restbestände. Zwar passe der aktuell zirkulierende Virusstamm nicht vollständig zum Impfstoff, dennoch schütze die Impfung vor schweren Verläufen. Um die Versorgung zu stabilisieren, hat das Paul‑Ehrlich‑Institut eine zusätzliche Charge aus Italien freigegeben – vor allem für ältere Menschen.
Rostock und Landkreis mit steigenden Zahlen
In der Stadt Rostock wurden in den ersten fünf Wochen des Jahres knapp 700 Fälle gemeldet (Vorjahr: 550). Im Landkreis Rostock stiegen die Zahlen auf 660 Fälle, besonders häufig betroffen sind Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 14 Jahren, gefolgt von den 45‑ bis 64‑Jährigen.
Auch in Hamburg und Schleswig‑Holstein steigen die Grippefälle, allerdings auf niedrigerem Niveau als in Mecklenburg‑Vorpommern. Bundesweit gilt Influenza derzeit als dominierender Erreger bei Atemwegserkrankungen, während COVID‑19‑Fälle weiter niedrig bleiben.