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„Hochzeitskran“ noch ohne Trauung: Lange Warteliste

Das Interesse an Eheschließungen im ausgebauten Hellingkran im Rostocker Stadthafen ist groß. „Die Warteliste ist lang. Viele wollen bei ihrer Trauung dem siebten Himmel ein wenig näher sein“, sagt Roland Methling, Vorsitzender des Fördervereins Tradition Ostseeschifffahrt, dem der unter Denkmalschutz stehende Kran gehört. Ziel ist es, den Hellingkran als sechsten Trauort in Rostock zu etablieren. Er wäre mit rund 30 Metern auf jeden Fall der höchste.

Derzeit würden insbesondere die arbeitsschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung des Hellingkrans als Standesamt geprüft, hieß es aus der Stadtverwaltung. „Aus diesem Grund ist eine Nutzung des Hellingkrans für Eheschließungen aktuell nicht möglich. Bisher fanden dort keine Eheschließungen statt.“ Es laufen Gespräche und Abstimmungen, der Verein hofft auf eine Ausnahmeregelung.

Die Kosten für den erfolgten Umbau belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Die Arbeiten dauerten drei Jahre länger als geplant. Ursprünglich hatte man mit einem Betrag von 1,5 Millionen Euro gerechnet. 840.000 Euro kamen vom Land aus EU-Mitteln. Neu eingebaut wurde auch ein Aufzug, man kann aber auch die 136 Stufen über eine Wendeltreppe zur Hochzeitsfeier hoch laufen. Am vergangenen Valentinstag, dem 14. Februar, hatte der Kran zum ersten Mal einen Tag der offenen Tür.

Der ehemalige Maschinenraum im Kran bietet Platz für etwa 30 bis 40 Menschen. Im Inneren führt eine Stahltreppe hinauf zu einer Galerie, die als Hochzeitssuite ausgebaut ist. Auch das Bett mit Sondermaßen ist inzwischen eingebaut. Es gibt ein Bad, eine Toilette und eine kleine Küche. Der Boden ist im rostbraunen Industrie-Design gehalten und passt zum Hafenkran.

Dass in dem Kran vielleicht einmal Ehen geschlossen und Hochzeiten gefeiert würden, hätten sich die Kranfahrerinnen der 1970er und 1980er Jahre wohl nicht vorstellen können. Der Kran wurde nach Angaben des Tourismusverbandes MV 1976 auf dem Gelände der damaligen Rostocker Neptunwerft errichtet, um bis zu 40 Tonnen schwere Stahlplatten für den Schiffbau zu heben. Heute erinnert er als technisches Denkmal an etwa 170 Jahre Schiffbaugeschichte in der Hansestadt.

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