Die Diskussion um die Inklusionsstrategie des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewinnt zum Jahresbeginn deutlich an Schärfe. Während die Landesregierung das Ziel verfolgt, Kinder mit Lernschwierigkeiten verstärkt in Regelschulen zu unterrichten, regt sich in Nordwestmecklenburg wachsender Widerstand gegen eine pauschale Umsetzung.
Kritik an fehlendem Personal
Kritiker und Elternräte bemängeln, dass viele Regelschulen nicht über ausreichend sonderpädagogisches Fachpersonal verfügen, um den zusätzlichen Betreuungsbedarf zu decken. Die Sorge: Ohne gezielte Unterstützung drohe eine Überforderung der Lehrkräfte und eine Benachteiligung der betroffenen Kinder.
Förderschulen als geschützte Lernräume
Landrat Tino Schomann betont die Bedeutung der Förderschulen in der Region – etwa in Wismar und Grevesmühlen. Diese Einrichtungen böten geschützte Räume, in denen Kinder ohne Leistungsdruck lernen könnten. Ein Wegfall dieser Strukturen würde laut Schomann die Qualität der Bildung für alle Schüler gefährden.
Eltern fordern Wahlrecht
Viele Eltern sprechen sich gegen eine verpflichtende Überführung ihrer Kinder in das Regelsystem aus. Sie fordern ein Wahlrecht und befürchten, dass ihre Kinder in großen Klassen „untergehen“ könnten. Der Wunsch nach individueller Förderung steht dabei im Mittelpunkt.
Politische Dimension
Der Widerstand aus Nordwestmecklenburg wird voraussichtlich auch Thema in den kommenden Sitzungen des Kreistags sein. Während das Bildungsministerium auf die UN-Behindertenrechtskonvention verweist, fordern Kommunalpolitiker vor Ort ein Moratorium oder zumindest eine deutliche Aufstockung der Ressourcen an den Regelschulen, bevor weitere Förderschulstandorte infrage gestellt werden.