Die Restaurierung der „Wissemara“, der beliebten Poeler Kogge und eines der wichtigsten maritimen Aushängeschilder der Hansestadt Wismar, dauert länger als ursprünglich geplant. Das historische Schiff muss weiterhin in der Werft bleiben, nachdem bei den laufenden Arbeiten zusätzliche Schäden festgestellt wurden. Für den Hafen und den Förderverein bedeutet die Verzögerung eine spürbare Belastung.
Unerwartete Schäden am Holzrumpf
Im Rahmen der routinemäßigen Instandsetzung traten gravierendere Mängel am Holzrumpf und an Teilen der Beplankung zutage. Diese Schäden waren vor Beginn der Arbeiten nicht absehbar und erfordern nun eine umfassendere Restaurierung. Die Werft bestätigte, dass die zusätzlichen Reparaturen deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen als vorgesehen.
Ein weiterer Grund für die Verzögerung ist der anhaltende Fachkräftemangel im traditionellen Schiffszimmererhandwerk. Für die komplexen Arbeiten an der Kogge werden hochspezialisierte Fachkräfte benötigt, deren Verfügbarkeit derzeit eingeschränkt ist. Dadurch verschiebt sich der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin weiter nach hinten.
Kosten steigen – Förderverein auf Unterstützung angewiesen
Der verlängerte Werftaufenthalt führt zu höheren Kosten, die der Förderverein Poeler Kogge e.V. nicht allein tragen kann. Der Verein ist deshalb verstärkt auf Spenden und zusätzliche Fördermittel angewiesen, um die Restaurierung vollständig finanzieren zu können. Bereits laufende Unterstützungsaufrufe sollen nun intensiviert werden.
Frühjahrsfahrten abgesagt – Hoffnung auf Hanse Sail
Die Verzögerungen haben unmittelbare Auswirkungen auf den Saisonstart. Geplante Fahrten im Frühjahr mussten bereits abgesagt oder unter Vorbehalt gestellt werden. Der Förderverein hofft nun, die „Wissemara“ spätestens zur Hanse Sail wieder in Betrieb nehmen zu können. Ob dieser Zeitplan gehalten werden kann, hängt von den weiteren Fortschritten in der Werft ab.
Die „Wissemara“ gilt als wichtiger Bestandteil der maritimen Identität der Region und zieht regelmäßig zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Entsprechend groß ist der Frust im Hafen über die Verzögerung. Gleichzeitig betonen Verein und Stadt, dass die gründliche Restaurierung notwendig sei, um das Schiff langfristig zu erhalten.