Der Fall des gestrandeten Buckelwals sorgt weiter für Diskussionen. Während das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern und ein Expertengremium den Wal aufgegeben haben, will Unternehmer und MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz einen letzten Rettungsversuch finanzieren. Für ihn steht fest: Nicht zu handeln sei keine Option.
Ministerium sieht keine Chance mehr
Umweltminister Till Backhaus und die beteiligten Fachleute kommen zu einem klaren Urteil: Der Wal sei zu geschwächt, schwer verletzt und nicht mehr transportfähig. Jede weitere Rettungsaktion würde das Tier zusätzlich belasten. Die Empfehlung lautet, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Neue Drohnenaufnahmen zeigen deutliche Verletzungen, die sich in den vergangenen Tagen verschlimmert haben sollen.
Gunz kritisiert Bürokratie und will handeln
Der 79‑jährige Unternehmer sieht das anders. Er spricht von fehlendem Mut, lähmender Bürokratie und ungenutzten Möglichkeiten. Gunz betont, er wolle sich später nicht vorwerfen müssen, nicht alles versucht zu haben. Deshalb bietet er an, eine weitere Rettungsaktion vollständig zu finanzieren. Sein Ansatz: Den Buckelwal mithilfe eines Baggers freizuschaufeln, um dem Wal den Weg ins tiefere Wasser zu ermöglichen. Die Zeit dränge, sagt Gunz, viele Chancen gebe es nicht mehr.
Ein Rettungsplan steht bereit – aber ohne Genehmigung
Unterstützt wird Gunz von Oliver Bienkowski von der Organisation Pixel-Helper. Er hat ein Team aus Tierärzten, Tauchern und Technikern zusammengestellt. Der Plan sieht vor, Timmy zunächst mit Antibiotika zu stabilisieren. Anschließend soll ein großer Bagger – derselbe, der bereits am Timmendorfer Strand im Einsatz war – ein Loch vor dem Wal ausheben.
Die Hoffnung: Der Schlick gibt nach, das Tier rutscht langsam in tieferes Wasser. Taucher sollen prüfen, ob noch Netzreste am Körper hängen. Sollte der Wal erneut stranden, wäre laut Bienkowski sogar ein Transport per Katamaran in den Atlantik denkbar.
Doch der Expertenkreis des Ministeriums hat die Pläne am Freitag abgelehnt. Der Bereich um den Wal bleibt gesperrt, weitere Eingriffe sind untersagt.
Motivation aus Mitgefühl
Gunz betont, er verfolge das Schicksal des Wals nicht aus Sensationslust. Die Bilder hätten ihn berührt, sagt er. Er wolle helfen, nicht zuschauen. Sollte es bei der Ablehnung bleiben, will er juristisch prüfen lassen, welche Möglichkeiten bestehen.