Der Kreistag hat am Donnerstagabend den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 beschlossen. Damit steht fest, wie viel der Landkreis in den kommenden zwei Jahren für Pflichtaufgaben wie Soziales, Schulen, Straßen und den öffentlichen Nahverkehr ausgeben will.
Hohe Ausgaben, steigende Schulden
Für 2026 sind Ausgaben von rund 475 Millionen Euro eingeplant, für 2027 sogar 535 Millionen Euro. Beide Haushaltsjahre sind deutlich defizitär: Für 2026 wird ein Fehlbetrag von etwa 54 Millionen Euro erwartet, für 2027 rund 77 Millionen Euro. Das Eigenkapital des Landkreises sinkt damit spürbar, die Schulden steigen weiter an.
Kreisumlage bleibt stabil
Um die laufenden Kosten zu decken, bleibt der Kreisumlagehebesatz der Städte und Gemeinden bei 43,5 Prozent. Dieser war bereits im Sommer um 2,5 Prozentpunkte erhöht und im Nachtragshaushalt festgeschrieben worden.
Handlungsfähigkeit soll gesichert bleiben
Trotz der hohen Defizite betonte der Kreistag, dass die Handlungsfähigkeit des Landkreises gewährleistet bleibe. Pflichtaufgaben wie die Finanzierung von Sozialleistungen, die Unterhaltung von Schulen und Straßen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen weiterhin abgesichert sein.
Signal für die kommenden Jahre
Mit dem Beschluss setzt der Kreistag ein klares Zeichen: Der Landkreis will seine Aufgaben erfüllen, auch wenn die finanzielle Lage angespannt bleibt. Die kommenden Jahre werden jedoch von wachsendem Druck geprägt sein – steigende Kosten und sinkendes Eigenkapital machen deutlich, dass Nordwestmecklenburg vor großen finanziellen Herausforderungen steht.