Die Hoffnung auf eine stabile Rettung des Buckelwals hat am Dienstagmittag einen deutlichen Dämpfer erhalten. Nach Angaben von Umweltminister Till Backhaus hat sich das Tier erneut festgeschwommen – diesmal in der Bucht vor der Insel Poel. Die Nachricht erreichte die Öffentlichkeit während einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, die mit entsprechend ernüchtertem Ton endete.
Wal war bereits auf gutem Kurs
Noch am Vormittag hatten Greenpeace und die Wasserschutzpolizei vorsichtig optimistische Signale gemeldet. Der Wal schwamm weiter draußen in der Wismarer Bucht, hielt sich von der Küste fern und zeigte laut Experten „agilere“ Bewegungen als in den Tagen zuvor. Meeresbiologe Thilo Maack sprach sogar davon, dass der Wal „im Transitmodus“ gewesen sei – also auf dem Weg Richtung Ostsee.
Doch dann drehte Timmy ab und kurvte zwischen der Insel Walfisch und Poel. Schlauchboote hatten versucht, ihn von gefährlichen Schlickzonen fernzuhalten. Offenbar ohne Erfolg.
„Tier muss selbst entscheiden“
Trotz der erneuten Havarie betonen die Fachleute, dass der Wal sich aus eigener Kraft befreien kann – wenn seine Energiereserven ausreichen. „Der Wal hat sich gestern von sich aus befreit“, sagte Backhaus. „Er muss selbst entscheiden, wann er wieder losschwimmt.“ Maack ergänzte, dass die Ruhephasen der vergangenen Tage wichtig gewesen seien, um Kraft zu sammeln. Das erneute Festliegen zeige aber, wie geschwächt das Tier weiterhin ist.
Netz im Maul bleibt Risiko
Greenpeace‑Expertin Franziska Saalmann erinnerte daran, dass das Netzmaterial im Maul weiterhin ein Problem darstellt. Wie stark es den Wal beeinträchtigt, ist unklar. Eine Entfernung sei derzeit nicht möglich, ohne das Tier oder die Helfer zu gefährden.
Wie es weitergeht
Die Einsatzkräfte beobachten die Lage nun engmaschig. Ein aktiver Eingriff ist weiterhin ausgeschlossen – zu riskant für Mensch und Tier. Die Hoffnung bleibt, dass sich der Wal sich wie am Vortag selbst befreien kann.