Die erst vor wenigen Wochen installierte Schrankenanlage am Parkplatz der neuen Stadthalle bleibt das Thema in der Stadt. Nach anhaltender Kritik und einer Anfrage der Fraktion „Bürger für Wismar“ hat die Verwaltung das Projekt gestoppt und will Anlage womöglich wieder abbauen lassen. Grund sind offene Fragen zur Bewirtschaftungsform, zu den Kosten und zur Zahl der künftig verfügbaren Stellplätze.
Verwaltung reagiert auf Kritik und Kostenfragen
Die Diskussion um die Parkraumbewirtschaftung hatte zuletzt an Schärfe gewonnen. Kritisiert wurden vor allem die hohen Investitionskosten der Schrankenanlage, die laufenden Betriebsausgaben sowie der Wegfall von Stellplätzen durch die bauliche Konstruktion. Die Verwaltung teilte nun in der Beantwortung mit, man habe sich „noch einmal intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt“ und prüfe Alternativen.
Alternative: Kamerabasiertes Free‑Flow‑System
Als mögliche Lösung nennt die Verwaltung ein sogenanntes Free‑Flow‑System. Dabei wird das Kennzeichen beim Ein- und Ausfahren per Kamera erfasst. Nutzerinnen und Nutzer bezahlen ihren Parkschein am Automaten oder per App – ganz ohne Schranken.
Wird der Parkvorgang nicht bezahlt, kann dies innerhalb einer Frist von meist 48 Stunden online nachgeholt werden. Erfolgt keine Zahlung, verschicken Anbieter in der Regel eine Vertragsstrafe von rund 30 Euro zuzüglich Parkentgelt.
Die Investitionskosten für ein solches System liegen nach Angaben der Verwaltung bei etwa 25.000 Euro, hinzu kommen laufende Servicegebühren für den Kameraserver sowie rund 1.800 Euro jährlich für Betreuung und Entleerung des Parkscheinautomaten.
Entscheidung steht noch aus
Ob die Stadt tatsächlich auf Free‑Flow setzt oder eine andere Lösung bevorzugt, ist offen. Die Verwaltung will der Bürgerschaft eine Entscheidungsgrundlage vorlegen. Erst danach wird feststehen, wie der Parkplatz der Stadthalle künftig bewirtschaftet wird.