Mittwoch, 19.Juni 2024 | 22:51

Schweinepest bei Mastbetrieb in Vorpommern-Greifswald

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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist in einem Schweinemastbetrieb bei Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) nachgewiesen worden. “Das ist für unseren Landkreis der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest in einem Hausschweinebestand”, erklärte der Leiter des Veterinäramts des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Holger Vogel. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte den Verdacht auf ASP am Donnerstag bestätigt. Betroffen ist laut Vogel ein Bestand von rund 3500 Tieren. Diese sollen nun getötet werden. Auch Schutz- und Überwachungszonen seien eingerichtet worden.

Zwei Hausschweine waren am Mittwoch in dem Schweinemastbetrieb bei Pasewalk mit hohem Fieber aufgefallen. Zunächst seien die erkrankten Tiere mit dem Verdacht auf eine Rotlauferkrankung in das Landesuntersuchungsamt gebracht worden. Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei hatte daraufhin erste Proben untersucht, wobei sich der Verdacht auf ASP bestätigte. Weitere Proben seien dann an das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, weitergeleitet worden. Auch dort bestätigte sich das Ergebnis: Afrikanische Schweinepest.

Vogel geht davon aus, dass der Ausbruch zunächst nichts mit dem Schwarzwildbestand zu tun habe. Der Tierbestand des betroffenen Betriebs sei durch das zuständige Veterinäramt gesperrt und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden: Die Tiere sollen getötet und beseitigt werden. So sollen weitere Virusausscheidung und Verschleppungen verhindert werden. Für getötete Tiere können Mastbetriebe Entschädigungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen.

Epidemiologen seien nun dabei, herauszufinden, wie der Erreger zu den Tieren gelangen konnte. Auch über den Menschen könnte der Erreger laut Vogel zu den Tieren gekommen sein. Einige der Schweine hätten den Betrieb auch verlassen. Momentan sei es wichtig, die dortigen Bewegungen nachzuvollziehen. Fragen wie: “Wo kann die Eintragsquelle sein? Welche Personen sind in den Bestand hineingekommen? Wann war das?”, das sind die Fragen, die laut Vogel jetzt beantwortet werden müssen.

Um festzustellen, ob das Virus bereits in weiteren Betrieben im Umkreis eingedrungen ist, sei eine Schutzzone in einem Radius von drei Kilometern und eine Überwachungszone mit einer Reichweite von zehn Kilometern eingerichtet worden. Dort befinden sich den Angaben zufolge inklusive des bereits betroffenen Schweinemastbetriebs 67 Betriebe mit rund 7000 Tieren. Diese stünden unter amtlicher Beobachtung. Neben anderen Regularien sei dort auch das Schlachten vorerst nicht mehr erlaubt. “Wir gehen im Augenblick nicht davon aus, dass es dort in dem Bereich etwas gibt, aber die Vorsicht ist geboten”, sagte Vogel.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die Krankheit nicht ansteckend oder gefährlich.

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