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Sorgen um Zukunft von Geburtshilfe und Kinderstationen in MV

Aus für die Behandlung sehr kleiner Frühchen in Neubrandenburg, Schließung der Kinderstation am Parchimer Krankenhaus, die Geburtshilfe in Crivitz geschlossen: In der Landespolitik wächst die Sorge um die Zukunft der Versorgung der kleinsten Patienten im Nordosten.

“Die Hiobsbotschaften um den Bereich der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern häufen sich”, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Katy Hoffmeister, am Montag. Auf Antrag der Oppositionsfraktion tritt am Dienstag der Sozialausschuss des Landtags zu einer Sondersitzung zusammen. Die Fraktion erwarte von der Ministerin Stefanie Drese Antworten darauf, wie es in Parchim, Neubrandenburg und Crivitz weitergehen solle, erklärte Hoffmeister.

Drese sagte deshalb ihre Teilnahme an der zweitägigen Brüssel-Reise des Landeskabinetts ab. “Ich bedauere die kurzfristig bekanntgegebene Entscheidung der Asklepios-Geschäftsführung”, erklärte sie zur Schließung des Kinderstation in Parchim Ende September. “Wir werden die vom Konzern zugrunde gelegten Zahlen und Aussagen prüfen.” Kein kleiner Patient dürfe jetzt allein gelassen werden, forderte Drese. “Asklepios hat mir versichert, dass die Versorgung der Kinder, die derzeit noch auf der Station sind, sichergestellt sei.” Wichtig sei zudem, dass Eltern auch zukünftig ihr akut krankes Kind in die Notaufnahme nach Parchim bringen könnten.

Drese kündigte Gespräche mit Asklepios und dem Landkreis zur künftigen Versorgung an. “Dabei muss es unter anderem um die Stärkung von ambulanten Angeboten für Kinder und Jugendliche im Sinne eines Modells “Poliklinik Plus” gehen”, erklärte sie. “Poliklinik Plus” ist eine Vernetzung ambulanter und stationärer Angebote in einem Haus.

Auf Landesebene habe die pädiatrische und geburtshilfliche Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern höchste Priorität, betonte die Ministerin. Eine Expertenkommission dazu habe im August ihre Arbeit aufgenommen. Zudem stelle das Land in den kommenden Jahren 4,8 Millionen Euro für die Weiterbildung in der stationären Pädiatrie zur Verfügung, um Nachwuchs zu sichern. Auch sollen mit Stipendien und Starterprämien Kinderärzte in Mecklenburg-Vorpommern gehalten oder hergeholt werden.

Nach der Schließung der Kinderstation in Parchim gibt es im Nordosten laut Ministerium noch 14 Kinderstationen an Krankenhäusern. Die Entfernung von Parchim zu den nächsten Kinderkliniken an den Krankenhäusern in Hagenow und Schwerin beträgt jeweils rund 50 Kilometer. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus sollten es nicht mehr als 30 Kilometer sein.

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