Die Diskussion um die Sanierung der Stadthalle Wismar wird zunehmend schärfer geführt. Nachdem erneut über Verzögerungen berichtet wurde, wächst der Unmut in Bürgerschaft, Vereinen und Öffentlichkeit. Die Stadtverwaltung hat nun Stellung bezogen – doch ein verbindlicher Eröffnungstermin bleibt weiterhin aus.
Kein Termin für die Wiedereröffnung
Auch Ende Januar 2026 kann die Stadt keinen konkreten Zeitpunkt nennen, an dem die Stadthalle wieder vollständig nutzbar sein wird. Die Verwaltung verweist auf laufende Abstimmungen mit dem Planungsbüro und betont, man arbeite mit Nachdruck an der Fertigstellung. Gleichzeitig könnten unvorhersehbare Ereignisse den Bauablauf jederzeit beeinflussen.
Der Winter erschwert derzeit vor allem die Arbeiten im Außenbereich. Fassadenverglasung, Dachdeckerarbeiten, Blitzschutz und Außenanlagen können bei niedrigen Temperaturen nur eingeschränkt ausgeführt werden. Sobald es technisch möglich ist, soll jedoch eine Teilinbetriebnahme erfolgen, damit Sportvereine die Halle vorab nutzen können.
Innenausbau und Bauabschnitte
Die Sanierung ist in drei Bauabschnitte gegliedert, was nach Angaben der Stadt einen hohen Koordinationsaufwand bedeutet. Derzeit laufen Restarbeiten im Innenraum. Wie weit die einzelnen Gewerke fortgeschritten sind, bleibt in der Stellungnahme allerdings offen.
Gründe für die Verzögerungen
Die Stadt bestätigt, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Als Ursachen nennt sie erfolglose Ausschreibungen, zusätzliche Leistungen, die erst während der Bauarbeiten sichtbar wurden, Lieferprobleme bei Baumaterialien sowie Verzögerungen in Folgegewerken. Auch die Witterung habe den Ablauf mehrfach beeinträchtigt.
Kostenrahmen bleibt laut Stadt stabil
Trotz der Verzögerungen geht die Verwaltung davon aus, dass das Projekt im genehmigten Budget von rund 17 Millionen Euro abgeschlossen werden kann. Ob diese Einschätzung auch bei weiteren Verzögerungen Bestand hat, bleibt offen.
Kritik aus Bürgerschaft und Vereinen
Die Stellungnahme der Stadt liefert zwar Erklärungen, aber keine klare Perspektive. Besonders das Fehlen eines Eröffnungstermins sorgt weiterhin für Unmut. Sportvereine, Veranstalter und Teile der Bürgerschaft fordern mehr Transparenz und eine verbindlichere Kommunikation.
Fest steht: Die Stadthalle bleibt ein sensibles Thema – und die Diskussion über Zeitplan, Kosten und Verantwortlichkeiten wird Wismar noch länger beschäftigen.