In Jamel beginnt an diesem Freitag erneut das zweitägige Anti‑Nazi‑Rockfestival „Jamel rockt den Förster“. Das kleine Dorf im Landkreis Nordwestmecklenburg wird damit wieder zum bundesweiten Symbol für Demokratie, Toleranz und den Widerstand gegen rechtsextreme Einschüchterungsversuche. Die Veranstalter Birgit und Horst Lohmeyer laden auf ihren Forsthof ein, um gemeinsam mit Künstlern und Gästen ein sichtbares Zeichen für eine offene Gesellschaft zu setzen.
2.500 Besucher pro Tag erwartet
Die Resonanz bleibt ungebrochen. Für beide Festivaltage rechnen die Organisatoren mit jeweils rund 2.500 Besucherinnen und Besuchern, die das Dorf in eine lebendige Kulturmeile verwandeln. Das Festival hat längst Kultstatus erreicht – nicht zuletzt wegen seines besonderen Konzepts: Welche Bands auftreten, bleibt bis zum Moment des Auftritts geheim. In der Vergangenheit standen bereits Größen wie Die Toten Hosen, Die Ärzte oder Marteria unangekündigt auf der Bühne.
Politische Unterstützung und gesellschaftliche Relevanz
Auch in diesem Jahr erfährt das Ehepaar Lohmeyer breite politische Rückendeckung. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig übernimmt erneut die Schirmherrschaft und wird vor Ort erwartet. Ebenso hat sich SPD‑Bundesvorsitzender Lars Klingbeil angekündigt. Ihr Erscheinen unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Festivals, das sich seit Jahren gegen die im Dorf ansässige rechtsextreme Szene behauptet.
Rechtsstreit beigelegt – Weg frei für das Festival
Dass die diesjährige Ausgabe in gewohnter Form stattfinden kann, war im Vorfeld nicht selbstverständlich. Ein langwieriger Rechtsstreit zwischen den Veranstaltern und der Gemeinde Gägelow über Pachtgebühren für Park‑ und Campingflächen hatte monatelang für Unsicherheit gesorgt. Erst im Sommer gelang eine gütliche Einigung, die die Durchführung des Festivals endgültig sicherte. Damit steht dem friedlichen und lautstarken Fest für Vielfalt und Zivilcourage nichts mehr im Wege.