Die „Disney Adventure“, das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff, hat in Singapur für Enttäuschung und Frust gesorgt. Tausende Passagiere mussten ihre Kabinen wieder verlassen, noch bevor die Reise überhaupt begonnen hatte. Der Ozeanriese, der in Wismar und Bremerhaven fertiggestellt wurde, kämpft mit erheblichen technischen Problemen.
6.700 Passagiere mussten von Bord
Eigentlich sollte die Jungfernfahrt in Asien ein magischer Moment für Disney‑Fans werden. Doch kurz nach Abschluss des Check‑ins teilte Disney Cruise Line mit, dass ein mechanischer Defekt das Auslaufen verhindere. Über die genaue Ursache schweigt der Konzern. Für rund 6.700 Passagiere bedeutete das: statt Leinen los hieß es zurück an Land.
Kinderkrankheiten bei einem Milliardenprojekt
Die „Disney Adventure“ wurde erst im März 2026 in Dienst gestellt und kostete rund 2,5 Milliarden Euro. Schon vor dem aktuellen Vorfall gab es in sozialen Netzwerken Hinweise auf unfertige Bereiche an Bord und kurzfristig abgesagte Shows. Der erneute Rückschlag verstärkt den Eindruck, dass das Schiff noch immer unter erheblichen Startschwierigkeiten leidet.
Von der „Global Dream“ zur „Disney Adventure“
Das Schiff hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich als „Global Dream“ für die insolvente Genting‑Gruppe (MV Werften) begonnen, wurde es nach der Werftenkrise von Disney übernommen und fertiggestellt. Internationale Branchenmedien wie Cruise Industry News und The Straits Times beobachten das Projekt seit Monaten kritisch. In asiatischen Foren wird spekuliert, ob die komplexe Technik des 340 Meter langen Schiffes ausreichend getestet wurde, bevor es in den Dienst ging.
Ungewisse Zukunft des Premierenbetriebs
Während Disney‑Fans weltweit auf schnelle Reparaturen hoffen, bleibt das Schiff vorerst im Hafen. Wann die „Disney Adventure“ wieder auslaufen kann, ist unklar. Für die Reederei ist der Vorfall ein PR‑Desaster – und für die Passagiere ein abrupt geplatzter Urlaubstraum.