Der Zustand des vor Poel gestrandeten Buckelwals hat sich auch seit dem Donnerstagabend nicht verbessert. In die anhaltende Diskussion um mögliche Rettungsmaßnahmen hat sich nun Poels Bürgermeisterin Gabriele Richter eingeschaltet. Auf der Facebook‑Seite der Gemeinde erklärte sie, dass das Ostseebad Insel Poel weder fachlich noch rechtlich für die Betreuung des Tieres zuständig sei. Der Fundort liege zudem in einer Bundeswasserstraße und damit außerhalb des Gemeindegebiets.
Mit Sorge beobachte die Gemeinde jedoch unbegründete Vorwürfe und Drohungen gegen beteiligte Einsatzkräfte. Richter betonte, man unterstütze die zuständigen Behörden dabei, dem Tier Ruhe zu verschaffen und Schaulustige fernzuhalten.
Wal reagiert nicht mehr auf Boote
Nach Angaben des Umweltministeriums liegt der Wal weiterhin an derselben Stelle wie seit mehr als einer Woche. Das Tier habe sich zwar leicht bewegt, reagiere aber nicht mehr auf Boote. Dies sei ein deutliches Zeichen für den fortschreitenden Sterbeprozess, so ein Sprecher.
Gericht lehnt Eilanträge ab
Nach Medienberichten hat das Verwaltungsgericht am Donnerstag fünf Eilanträge abgelehnt, die auf eine Rettung des Wals abzielten. Bereits zuvor waren drei weitere Eilverfahren gegen das Vorgehen der Behörden abgewiesen worden.
Internationale Experten stützen Einschätzung der Fachleute
Die britische Organisation British Divers Marine Life Rescue, die weltweit Erfahrung mit der Rettung von Meeressäugern hat, äußerte sich ebenfalls zum Fall. Nach ihrer Einschätzung sei der Wal mindestens dreimal gestrandet und so geschwächt, dass erneute Aussetzversuche mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder zu einer Strandung führen würden. Maßnahmen zur Wiederaussetzung würden das Leiden des Tieres eher verlängern.
Eine Einschläferung sei bei kleineren Walen möglich, bei einem Tier dieser Größe jedoch nicht durchführbar.
Tausende Hinweise an das Ministerium
Das Umweltministerium berichtet von einer großen Anteilnahme in der Bevölkerung. Minister Till Backhaus erklärte, man erhalte täglich zahlreiche Hinweise und Vorschläge per Mail und Telefon. Diese würden ausgewertet und beantwortet. Kritik am Vorgehen nehme man ernst, betonte Backhaus, verwies jedoch auf die bisherigen Gerichtsentscheidungen.