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Vollübernahme der WiFöG sorgt für heftige Debatte in Wismar

Die Bürgerschaft hat am Donnerstag die vollständige Eingliederung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Wismar mbH (WiFöG) in die Stadtverwaltung beschlossen – ein Schritt, der die Wirtschaftspolitik der Hansestadt grundlegend verändert und zugleich eine der kontroversesten Entscheidungen der vergangenen Jahre darstellt. Besonders Bürgermeister Thomas Beyer steht dabei massiv in der Kritik.

Warum die WiFöG aufgelöst wird

Mit der Verschmelzung verfolgt die Stadt das Ziel, die Wirtschaftsförderung nach mehr als drei Jahrzehnten enger an das Rathaus zu binden. Künftig sollen Vermarktung von Gewerbeflächen, Ansiedlungsgespräche und Standortentwicklung direkt durch städtische Mitarbeiter gesteuert werden. Befürworter – vor allem die SPD-Fraktion und Bürgermeister Beyer – versprechen sich davon kürzere Entscheidungswege und eine stärkere Verzahnung mit Stadtplanung und Verwaltung.

Massive Kritik an Bürgermeister Beyer

Die Entscheidung stößt jedoch auf erheblichen Widerstand – sowohl aus der Opposition als auch aus Teilen der regionalen Wirtschaft. Kritiker warnen, dass die Auflösung der GmbH eine funktionierende, marktorientierte Struktur zerstöre. Eine städtische Fachabteilung sei an Verwaltungsrecht gebunden und könne deutlich weniger agil agieren als eine eigenständige Gesellschaft. Besonders umstritten ist der Zeitpunkt: Im April 2026 wird ein neuer Bürgermeister gewählt, Beyer tritt nicht erneut an. Oppositionsvertreter werfen ihm vor, kurz vor seinem Ausscheiden unumkehrbare Fakten zu schaffen und seinem Nachfolger den Handlungsspielraum zu nehmen.

Vorwurf mangelnder Transparenz

Mehrere Bürgerschaftsmitglieder bemängeln, dass die Vorteile der Eingliederung nicht ausreichend belegt seien. Zudem entfalle mit der Auflösung der GmbH ein Teil der finanziellen Transparenz, da Kosten künftig im städtischen Haushalt aufgehen.

Streitpunkt: Personalie Kremp und „Eile“ der Entscheidung

Besonders brisant ist die Personalfrage: WiFöG‑Geschäftsführer Michael Kremp geht zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand. Die Stadt argumentiert, man wolle den Übergang rechtzeitig regeln. Die Opposition hält dagegen: Wenn der Termin lange bekannt war, warum erfolgt der Umbau erst jetzt? Kritiker vermuten, dass eine Neuausschreibung des Geschäftsführerpostens bewusst verhindert wurde, um die Wirtschaftsförderung direkt ins Rathaus zu ziehen.

Befürchtete Folgen für den Wirtschaftsstandort

Wirtschaftsvertreter äußern Zweifel, ob Wismar ohne die spezialisierte WiFöG im Wettbewerb mit Städten wie Rostock oder Schwerin bestehen kann. Die Sorge: Eine stärker politisierte Wirtschaftsförderung könnte Ansiedlungen erschweren und die Schlagkraft des Standorts schwächen.

Fazit der Debatte

Die Bürgerschaft hat den Beschluss trotz massiver Bedenken gefasst. Doch die Diskussion ist damit nicht beendet. Die Vorwürfe reichen von fehlender Transparenz über politische Einflussnahme bis hin zu strategischen Motiven kurz vor dem Amtswechsel. Ob die Eingliederung tatsächlich effizienter wird oder Wismar wirtschaftlich zurückwirft, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

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