Die angekündigte Schneefront trifft nach der Wettervorhersage lediglich einen Teil von Mecklenburg-Vorpommern. Die Landkreise Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim haben vorsichtshalber den Schulbusverkehr für Freitag abgesagt. Der Rostocker Zoo bleibt geschlossen.
„Markant, aber nicht dramatisch“ werde das Wetter voraussichtlich auch im am stärksten von Schneefall betroffenen Südwesten des Bundeslandes, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Laut Prognose konzentriert sich der ab Freitagfrüh erwartete Schneefall auf das Gebiet von Boizenburg bis Schwerin. Vier bis fünf Zentimeter Neuschnee erwartet der DWD-Meteorologe nach eigener Aussage. „Noch ein bisschen markanter dagegen ist der Wind.“
Es wird teils stürmisch
Bereits in der Nacht zu Freitag wird es demnach an der Küste teils stürmisch. „Im Binnenland beginnt es dann, lebhaft zu werden im Vormittagsverlauf.“ Steife bis stürmische Böen seien möglich mit 60 bis 70 km/h. An der Küste seien am Freitag auch Sturmböen mit 80 Kilometern pro Stunde möglich.
Abgesehen vom Südwesten des Landes soll es am Freitag laut Prognose nicht oder nur vereinzelt in MV schneien. Damit drohen vor allem im Südwesten. Schneeverwehungen. „Fünf Zentimeter und dieser Wind dazu, das macht trotzdem Verwehungen“, sagte der Meteorologe. Gerade bei großen Feldern könne sich neben oder auf Straßen und Wegen viel Schnee sammeln. Wie hoch solche Verwehungen sind, sei schwer zu sagen. Bei der aktuellen Prognose seien Verwehungen mit einem halben Meter Höhe denkbar.
Empfehlung: Wochenendeinkauf vorverlegen
Der Landkreis Ludwigslust-Parchim riet den Menschen, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und unnötige Autofahrten zu vermeiden. Der Wochenendeinkauf sollte demnach schon am Donnerstag erledigt werden. Weiter heißt es auf der Facebook-Seite des Landkreises: „Achtet auf Äste & Dachlawinen.“
Die Schulen sind im ganzen Land geöffnet, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin betonte. Wer wetterbedingt nicht zum Unterricht kommen könne, solle sich abmelden und gelte dann als entschuldigt.
Wegen des Winterwetters ist auch der Fährverkehr zur Insel Hiddensee eingeschränkt. Am Donnerstag und Freitag werden wegen Eisbildung die Häfen Neuendorf und Kloster nicht angesteuert. Nach Angaben der Reederei Hiddensee entfallen alle Abfahrten des Schiffs „Insel Hiddensee“ an diesen Tagen. Die Fähre „Vitte“ verkehrt demnach weiter zwischen Schaprode und Vitte. Ab Samstag gelte ein Eisfahrplan. Es könne zu weiteren Fahrplaneinschränkungen kommen.
Enteisung von Schachtdeckeln mit Gasbrenner
In Schwerin wurde der Empfang der Sternsinger im Rathaus um eine Woche auf den 16. Januar verschoben. Außerdem bleiben die Friedhöfe der Landeshauptstadt ab Freitagmittag geschlossen. Trauerfeiern fänden aber statt, teilten die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin mit.
In Rerik am Salzhaff befreiten Mitarbeiter des zuständigen Zweckverbands am Donnerstag mit einem Gasbrenner eingefrorenen Schachtdeckel, um sie im Bedarfsfall öffnen zu können. Und auch auf die Schiffbauer auf dem Stralsunder Volkswerftgelände wirkt sich die Witterung aus. Der Betrieb werde runtergefahren, sagte Jan Tebbe-Simmendinger von Strela Shiprepair. „Wer Überstunden hat, nimmt Überstunden.“ Schiffe auf dem Außengelände seien verzurrt worden. Die Leinen von im Wasser liegenden Schiffen würden verstärkt kontrolliert.
Kleines Risiko für noch mehr Schnee
Auch im Südwesten des Landes rechnet der DWD-Sprecher nicht mit Unwetter. Dafür müsste mehr Schnee fallen. „Ein Modell gibt es noch, was mehr als diese fünf Zentimeter rechnet“, sagte der Meteorologe. Ein ganz kleines Risiko gebe es, dass es doch bis zu zehn Zentimeter Neuschnee werden.
Die Temperaturen bleiben frostig. In der Nacht zu Freitag liege das Minimum bei minus 10 Grad in Vorpommern und zwischen minus 5 und minus 8 Grad in Mecklenburg. „Tagsüber bleibt es bei Dauerfrost.“ Temperaturen zwischen minus 3 und minus 5 Grad würden erwartet.