Ein halbes Jahrhundert medizinischer Austausch: Das Dr.-Unruh-Symposium des Sana HANSE-Klinikums Wismar hat sein 50. Jubiläum gefeiert. Am Mittwoch kamen im Wismarer Zeughaus Fachkräfte aus Medizin und Pflege sowie weitere Interessierte zusammen, um aktuelle Entwicklungen vorzustellen und auf die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte zurückzublicken.
Die traditionsreiche Veranstaltung ist seit 50 Jahren ein fester Bestandteil des fachlichen Austauschs am Wismarer Krankenhaus. Auch bei der Jubiläumsausgabe standen Erkenntnisse aus dem Klinikalltag und der Austausch zwischen verschiedenen medizinischen Fachrichtungen im Mittelpunkt.
Sechs Vorträge zu aktuellen Entwicklungen
Das Programm umfasste insgesamt sechs Kurzvorträge. Die Themen reichten von modernen Diagnoseverfahren über neue Behandlungsmöglichkeiten bei schweren Erkrankungen bis hin zur Qualitätssicherung in der Pflege. Ein Beitrag beschäftigte sich mit der historischen Entwicklung der Funktionsdiagnostik am Sana HANSE-Klinikum Wismar. Dabei ging es um die Veränderungen medizinischer Untersuchungsmethoden und die technischen Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte.
Ein weiterer Vortrag widmete sich neuen Immuntherapien beim kleinzelligen Bronchialkarzinom. Diese Form von Lungenkrebs gilt als besonders aggressiv. Moderne Behandlungsansätze sollen das körpereigene Immunsystem gezielt im Kampf gegen Tumorzellen unterstützen. Auch die Kontrastmittelsonographie war Thema des Symposiums. Bei diesem Untersuchungsverfahren werden Ultraschallbilder mithilfe spezieller Kontrastmittel ergänzt, um beispielsweise die Durchblutung von Organen und Gewebe genauer beurteilen zu können.
Pflegequalität und seltene Erkrankungen im Fokus
Neben ärztlichen Diagnose- und Behandlungsmethoden spielte die Pflege eine wichtige Rolle. Ein Vortrag beschäftigte sich mit Verfahren, mit denen sich Pflegequalität messbar erfassen und bewerten lässt. Solche Instrumente können helfen, Abläufe im Krankenhaus zu überprüfen und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.
Aus der Kinderheilkunde wurde das Krankheitsbild der Autoimmunenzephalitis vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns, bei der das Immunsystem irrtümlich körpereigene Strukturen angreift. Die Erkrankung kann unterschiedliche neurologische und psychische Beschwerden verursachen und stellt besondere Anforderungen an die Diagnostik.
Virtuelle Realität für medizinische Trainings
Einen Blick auf neue Möglichkeiten der medizinischen Ausbildung bot der Vortrag über den Einsatz von Virtual Reality bei der fiberoptischen Wachintubation. Bei diesem Verfahren wird die Atmung eines Patienten mithilfe eines flexiblen optischen Instruments gesichert, während dieser noch wach ist. Es kommt insbesondere dann infrage, wenn schwierige Atemwegsverhältnisse zu erwarten sind. VR-Trainings ermöglichen es medizinischem Personal, komplexe Abläufe in einer simulierten Umgebung zu üben. Damit können praktische Fertigkeiten trainiert werden, ohne Patienten einem Risiko auszusetzen.
Fachlicher Austausch seit fünf Jahrzehnten
Das Dr.-Unruh-Symposium verbindet seit seiner Gründung die Vorstellung medizinischer Entwicklungen mit dem Austausch zwischen den Berufsgruppen des Krankenhauses. Die Jubiläumsausgabe zeigte, wie stark sich Diagnostik, Behandlung und Pflege in den vergangenen 50 Jahren verändert haben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung medizinischer Verfahren und die Fortbildung des Personals weiterhin zentrale Aufgaben des Klinikalltags bleiben.