Der Busverkehr in Mecklenburg‑Vorpommern wird am Freitag erneut bestreikt. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten der kommunalen Busunternehmen zu einem Warnstreik aufgerufen. Anlass sind die weiterhin stockenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr. Ver.di beteiligt sich damit an einem bundesweiten Aktionstag, der den Druck auf die kommunalen Arbeitgeberverbände erhöhen soll. Zwar habe es in den bisherigen Gesprächen Fortschritte gegeben, eine Einigung sei jedoch nicht in Sicht.
Die Gewerkschaft fordert spürbare Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Dazu gehören eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht‑ und Wochenendarbeit. Die Arbeitgeberseite hält die Forderungen für finanziell nicht umsetzbar. Landesweit sind rund 2.800 Beschäftigte von den Tarifverhandlungen betroffen.
Auswirkungen auf den Verkehr in der Region
Nicht alle Regionen sind gleichermaßen betroffen. Mehrere kommunale Verkehrsbetriebe werden bestreikt, doch es gibt Ausnahmen. Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) bleibt am Freitag regulär in Betrieb; dort ist erst für den 9. März ein weiterer Warnstreik geplant. Der Regional‑ und Fernverkehr der Deutschen Bahn fährt ebenfalls planmäßig.
In Nordwestmecklenburg richtet Nahbus einen Notbetrieb ein. In Wismar verkehren die Taktlinien nach dem Samstagsfahrplan, allerdings ohne Schülerverkehr. Eltern müssen daher gegebenenfalls alternative Wege organisieren. Auf einzelnen Linien, darunter die Linien 14 und 15, entfallen zudem die letzten Nachtfahrten.
Für Schülerinnen und Schüler gilt: Wer aufgrund des Streiks nicht zur Schule gelangen kann, darf von den Eltern schriftlich entschuldigt werden.
Bedeutung des Streiks für die Tarifrunde
Mit dem erneuten Warnstreik will ver.di verdeutlichen, dass die Beschäftigten geschlossen hinter den Forderungen stehen. Der bisherige Streiktag sei nicht ausreichend gewesen, um die Arbeitgeber zu substanziellem Entgegenkommen zu bewegen. Die Gewerkschaft betont, dass bessere Arbeitsbedingungen notwendig seien, um den Beruf langfristig attraktiv zu halten und Personalengpässe zu vermeiden.