Die Hansestadt Wismar stellt die Weichen für ein lebendiges Kulturjahr 2026. Der Ausschuss für Kultur, Sport, Jugend, Bildung und Soziales hat die Vergabe der kommunalen Fördermittel empfohlen – vorbehaltlich der Haushaltsgenehmigung. Zwölf Vereine und Initiativen könnten sich auf finanzielle Unterstützung freuen, weitere Projekte sollen über bestehende Vereinbarungen oder Kleinförderungen abgewickelt werden. Insgesamt stehen rund 399.300 Euro zur Verfügung.
Breite Förderung von Bildung bis Großveranstaltungen
Zu den größten geförderten Maßnahmen gehört das Projekt „Ökologischer Schulort Wismar“ der Protinus gGmbH, das mit 120.000 Euro bedacht wird. Auch etablierte Kulturformate profitieren: Das CampusOpenAir 2026 erhält 18.000 Euro, das Projekt „MV singt“ der Festspiele Mecklenburg‑Vorpommern 10.000 Euro. Die Auswahl zeigt, dass die Stadt sowohl auf kulturelle Bildung als auch auf publikumsstarke Veranstaltungen setzt.
Engagement für Stadtgeschichte und maritimes Erbe
Ein Schwerpunkt liegt auf der Bewahrung historischer Identität. Der Förderverein Poeler Kogge bekommt über 19.400 Euro für eine neue Persenning des Traditionsschiffs. Der Archivverein wird bei der Übersetzung des ältesten Stadtbuches des Ostseeraums unterstützt – ein Projekt, das tief in die Geschichte der Region führt. Auch der Shantychor Blänke und der Kunstverein Wismar erhalten Mittel, um Qualitätssicherung und internationale Ausstellungen zu ermöglichen.
Nachwuchs und kreative Impulse
Die musikalische Bildung wird ebenfalls gestärkt. Die Evangelische Musikschule Wismar erhält über 14.000 Euro für die Programme „Musikstarter“ und das Kinderorchester „Klangfunken“. Mit dem Tanzlabor „Wismar Stories“ von Claudia Senoner wird zudem ein innovatives Projekt gefördert, das junge Menschen an zeitgenössische Tanzformen heranführt.
Auswahlprozess und Ausblick
Insgesamt hatten 20 Vereine Anträge eingereicht. Die größeren Projekte wurden durch den Ausschuss empfohlen, kleinere Maßnahmen fließen über bestehende Fördervereinbarungen oder die Richtlinie für Beträge unter 1.000 Euro. Nun hat die Bürgerschaft das letzte Wort. Die Entscheidung soll auch zeigen, wie breit die kulturelle Landschaft Wismars aufgestellt ist – und wie sehr die Stadt Wert darauf legt, Tradition, Bildung und moderne Kulturformen gleichermaßen zu unterstützen.