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Rettungskrimi vor Poel: Der Buckelwal bricht in die Freiheit auf

Nach 20 Tagen des Bangens hat am Sonntagvormittag die finale Phase der Rettung des Buckelwals vor der Insel Poel begonnen. Während Spezialteams unter Hochdruck an der Befreiung des Tieres arbeiten, werfen bürokratische Hürden und logistische Herausforderungen immer wieder Schatten auf die spektakuläre Mission.

Es ist eine Operation am offenen Herzen der Ostsee, die am heutigen Sonntagmorgen um Punkt neun Uhr ihren entscheidenden Lauf nahm. Nach fast drei Wochen im flachen Wasser der Wismarer Bucht soll der Buckelwal, der von seinen Rettern liebevoll „Timmy“ getauft wurde, endlich den Heimweg in den Atlantik antreten. Die Strategie der Experten setzt dabei auf eine Kombination aus technischer Präzision und Rücksichtnahme auf das Tier, denn die oberste Regel der Helfer lautet: Der Wal gibt das Tempo vor.

Der Plan für diesen „Wal-Sonntag“ ist so gewaltig wie das Tier selbst. Spezialpontons wurden in Position gebracht, zwischen denen ein massives Transportnetz befestigt wird. Um den tonnenschweren Körper während des Anhebens vor Verletzungen zu schützen, platzierten Taucher spezielle Luftkissen unter den Flossen des Meeressäugers. Zeitgleich arbeiteten Bagger daran, ein letztes Hindernis in Form einer Untiefe zur Fahrrinne hin zu beseitigen, um dem Rettungskonvoi den Weg in tiefere Gewässer zu ebnen.

Doch die dramatische Rettungsaktion ist nicht nur ein Kampf gegen die Gezeiten, sondern auch gegen die Paragrafen. Bereits am Samstagabend sorgten bürokratische Auflagen für Unmut bei den Beteiligten. Janine Bahr-van Gemmert, Tierärztin der Rettungsinitiative, kritisierte in einer Pressekonferenz die strengen Genehmigungsverfahren. Jede kleinste Abweichung vom ursprünglichen Konzept müsse schriftlich neu bestätigt werden, was die Arbeiten vor Ort immer wieder ausbremse. Diese strikten Vorgaben führten unter anderem dazu, dass ein Geisternetz, das bei einer endoskopischen Untersuchung im Maul des Wals entdeckt worden war, am Samstag nicht sofort entfernt werden konnte.

Trotz dieser Hürden bleibt die Hoffnung der Retter und der vielen Schaulustigen an Land ungebrochen. Der Gesundheitszustand von „Timmy“ wird als stabil genug für den langen Transport eingeschätzt. Sobald der Wal sicher im Netz liegt, beginnt die behutsame Reise in Richtung offenes Meer. Es ist ein Wettlauf gegen die Erschöpfung des Tieres, den ganz Mecklenburg-Vorpommern an diesem Wochenende mit angehaltenem Atem verfolgt. Ob das Wunder von Poel gelingt, wird sich in den kommenden Stunden auf dem Wasser entscheiden.

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