Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schätzt die Chancen für eine erfolgreiche Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals „Timmy“ als äußerst gering ein. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, die Wahrscheinlichkeit, dass der Wal lebend die Nordsee erreiche und dort frei schwimmen könne, sei „gering“. Er gehe davon aus, dass das stark geschwächte Tier im Meer ertrinken könnte.
Schwerer Gesundheitszustand und unklare Ursachen
Der Wal sei durch mehrere Faktoren massiv geschwächt. Nach Angaben des Sprechers kann Timmy derzeit keine Nahrung aufnehmen und hungert. Sein Ernährungszustand sei entsprechend schlecht. Hinzu komme ein Netzrest im Maul des Tieres. Ob das Netz in die Haut eingewachsen ist oder ob der Wal Teile verschluckt hat, sei unklar. Wissenschaftler vermuten zudem, dass sich Wasser in der Lunge angesammelt hat, was die Atmung und den Sauerstoffaustausch stark beeinträchtige. Auch Hautprobleme belasten das Tier.
Greenpeace beteiligt sich nicht an der Rettung
Die Organisation lehnt eine Beteiligung an der privaten Rettungsaktion ab. Nach den vorliegenden Informationen sei der Wal zu krank und zu geschwächt, erklärte eine Sprecherin. Der Transport in die Nordsee sei zudem riskant. Ob ein Schleppverband die lange Strecke durchhalten würde, sei fraglich.
Experten hatten zuvor von Rettungsversuchen abgeraten
Mehrere Fachleute hatten bereits in den vergangenen Tagen erklärt, dass dem Wal nicht sinnvoll geholfen werden könne. Das Tier liege seit 19 Tagen nahezu regungslos in der Kirchsee und sei mehrfach gestrandet. Aus Expertensicht wäre es das Beste gewesen, den Wal in Ruhe sterben zu lassen.
Backhaus gab dennoch grünes Licht
Mecklenburg‑Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hatte am Mittwoch überraschend die Genehmigung für den Rettungsversuch einer privaten Initiative erteilt. Die Verantwortung für Planung, Durchführung und Finanzierung liege vollständig bei den Initiatoren, betonte der Minister. Die Aktion wird seitdem eng begleitet.