Mecklenburg-Vorpommern stand am heutigen Sonntag ganz im Zeichen des Frauenkampftages. Da der 8. März im Nordosten bereits im dritten Jahr als gesetzlicher Feiertag begangen wird, nutzten tausende Menschen die freie Zeit, um landesweit für Gleichberechtigung, bessere Arbeitsbedingungen und gegen Diskriminierung auf die Straße zu gehen.
Rostock als Zentrum des Protests
Die größte Resonanz verzeichnete die Hansestadt Rostock. Rund 2.000 Teilnehmer zogen laut Polizeiangaben durch die Innenstadt. Das Bündnis „8M Rostock“ hatte unter dem Motto „Feminismus ist für alle da!“ mobilisiert. Die Demonstrierenden machten mit bunten Transparenten und Sprechchören auf die immer noch bestehende Lohnlücke und die ungleiche Verteilung von Haus- und Pflegearbeit aufmerksam.
Internationaler Fokus in Schwerin und Greifswald
In Schwerin stand die globale Solidarität im Vordergrund. Etwa 200 Menschen versammelten sich unter dem Motto „Feminismus tut gut“. Besonders eindringlich waren hier die Berichte von Rednerinnen aus Ländern wie Syrien, Kamerun, Ecuador und Albanien, die die teils lebensgefährliche Situation von Frauenrechtlerinnen in ihrer Heimat schilderten.
Auch in Greifswald setzten rund 500 Menschen ein starkes Zeichen. Die feministische Aktionsgruppe „Neonlila“ hatte hier zu einer Demonstration aufgerufen, die vor allem soziale Gerechtigkeit und den Schutz vor Gewalt thematisierte.
Ein Feiertag mit Botschaft
Seit der Einführung des Feiertags im Jahr 2023 hat sich der 8. März in MV fest als Tag des politischen Austauschs etabliert. Neben den Demonstrationen gab es landesweit zahlreiche Gedenkaktionen und Kulturveranstaltungen. „Dieser Tag ist kein reiner Ruhetag, sondern ein Mahntag“, betonten viele Teilnehmer. Die Proteste verliefen laut Sicherheitsbehörden friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle.