Einen Tag nach dem Internationalen Frauentag sind am 9. März in ganz Deutschland Menschen auf die Straße gegangen – auch in Wismar. Unter dem Motto „Ohne uns steht alles still“ beteiligten sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Unterstützer an der bundesweiten Aktion, zu der unter anderem das Töchter Kollektiv aufgerufen hatte. Ziel ist es, die strukturelle Ungleichheit sichtbar zu machen, die Frauen* und andere von patriarchalen Strukturen betroffene Gruppen im Alltag erleben.
Auf dem Marktplatz in Wismar wurden zentrale Forderungen laut: gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, mehr Transparenz bei Gehältern, bessere Aufstiegschancen, die Anerkennung unbezahlter Sorgearbeit und eine konsequente Umsetzung der Istanbul‑Konvention. Auch der Ruf nach mehr Schutzräumen und einer verlässlichen Finanzierung von Hilfsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder prägte die Kundgebung.
Die Initiatorinnen machten deutlich, dass ökonomische Abhängigkeit viele Frauen besonders verletzlich mache. Wer kein eigenes Einkommen habe oder in prekären Arbeitsverhältnissen stecke, könne sich oft nicht aus gewaltvollen oder belastenden Situationen lösen. Der Streik sollte genau diese strukturellen Abhängigkeiten ins Bewusstsein rücken.
Bundesweit fanden Aktionen in mehr als 90 Städten statt. In Wismar betonten die Organisatorinnen, dass echter Wandel nur gemeinsam möglich sei – und dass feministische Anliegen nicht allein Frauensache seien, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Streik richtete sich deshalb ausdrücklich an alle, die sich für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und eine intersektionale Perspektive einsetzen.
Der 9. März zeigte eindrücklich, wie Menschen in Wismar bereit sind, für gleiche Rechte und faire Bedingungen einzutreten. Die Botschaft des Tages war klar: Ohne die Arbeit, die Fürsorge und das Engagement von Frauen* würde vieles stillstehen – und genau deshalb braucht es Veränderungen, die diesen Beitrag endlich sichtbar machen.