Für Sonntagmittag wird in der Bucht vor Poel ein Anstieg des Wasserstands um rund 50 Zentimeter erwartet. Für das Rettungsteam bedeutet das Chance und Risiko zugleich. Einerseits könnte der höhere Pegel helfen, den Buckelwal Timmy über die ausgehobene Rinne zur bereitstehenden Schute zu bringen. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Wal sich erneut selbst freischwimmt und in flache Bereiche gerät, in denen er wieder stranden könnte.
Big Bags sollen verhindern, dass Timmy entkommt
Um das zu verhindern, bereitet das Team um Einsatzleiter Fred Babbel eine Barriere aus großen Sandsäcken vor. Freiwillige befüllen die sogenannten Big Bags auf einem Parkplatz mit Sand. Insgesamt sollen rund 40 dieser Säcke am Rand der künstlichen Mulde platziert werden. Sie sollen verhindern, dass Timmy bei steigendem Wasser unkontrolliert in seichtere Bereiche abdriftet.
Tag 25: Timmy bleibt stabil, aber geschwächt
Der Wal liegt am Freitag weiterhin ruhig in der künstlich angelegten Mulde. Er atmet regelmäßig und ist gut hörbar. Die Helfer beobachten leichte Bewegungen, bei denen Timmy seinen Rücken wölbt. Fachleute werten dies als Zeichen dafür, dass der Wal noch Kraft hat, auch wenn sein Zustand insgesamt kritisch bleibt.
Minister Backhaus besucht den Einsatzort
Am Morgen ließ sich Umweltminister Till Backhaus mit einem Boot zum Wal bringen. Er stieg im Trockenanzug ins Wasser, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Backhaus erklärte, dass der Wasserstand am Sonntag ähnlich hoch steigen könne wie am vergangenen Montag, als Timmy sich kurzzeitig selbst befreit hatte. Es sei möglich, dass dies erneut geschehe.
Neues Rettungskonzept wird geprüft
Der Minister bestätigte, dass das bisherige Vorgehen überarbeitet werde. Ein neues Konzept sieht vor, Timmy auf eine Barge zu bringen und anschließend in die Nordsee zu transportieren. Dabei müssten Vorgaben zu Tierwohl, Sicherheit und tierschutzrechtlichen Bedingungen eingehalten werden. Die Prüfung der Machbarkeit läuft.
Unterstützer hoffen weiter auf Erfolg
Unterstützer wie Unternehmer Walter Gunz, der die Rettung finanziell ermöglicht, wollen das Projekt trotz aller Schwierigkeiten fortführen. Er räumte ein, dass es im Team Abstimmungsprobleme gegeben habe, betonte aber, dass er weiter an die Möglichkeit einer erfolgreichen Rettung glaube.
Wirtschaftliche Folgen auf Poel
Während die Rettungsaktion bundesweit Aufmerksamkeit erzeugt, spüren Gastronomen in Kirchdorf deutliche Einbußen. Seit Beginn der intensiven Maßnahmen bleiben viele Gäste aus. Einige Betriebe berichten von Umsatzrückgängen von bis zu 60 Prozent.
Lage bleibt ungewiss
Trotz aller Bemühungen bleibt offen, ob Timmy gerettet werden kann. Experten aus dem In- und Ausland bewerten die Situation unterschiedlich. Klar ist: Die kommenden Tage werden entscheidend sein — sowohl für den Wal als auch für das Team, das seit Wochen ununterbrochen im Einsatz ist.